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09.04.2011

09:08 Uhr

Nach Wenders-Absage

Donnersmarck könnte „Ring“ inszenieren

VonHans-Peter Siebenhaar

Nach der Absage von Wim Wenders gilt nun der Oscar-Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck in Bayreuth als Top-Kandidat für die „Ring“-Inszenierung im Jubiläumsjahr 2013.

Florian Henckel von Donnersmarck. Quelle: picture-alliance

Florian Henckel von Donnersmarck.

DüsseldorfNach der überraschenden Absage des Filmregisseurs Wim Wenders („Pina Pausch“) vor wenigen Tagen suchen die Bayreuther Festspiele händeringend nach einem Ersatz. Der Druck auf die Wagner-Schwestern Katharina und Eva ist groß. Sie müssen schleunigst einen Regisseur für die mit Spannung erwartete Jubiläums-Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ im Jahr 2013 finden – zum 200. Geburtstag von Richard Wagner.

Womöglich kommt die Erlösung aus Hollywood. Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck wird in der Wagner-Gemeinde als Kandidat für den Regiestuhl auf dem Grünen Hügel gehandelt. „Er will einen populären ,Ring’ machen“, sagt ein Musikmanager, der den Regisseur aus Los Angeles seit Jahren kennt, dem Handelsblatt. „Die Frage ist nur, ob Bayreuth die Größe aufbringt, etwas Neues zu wagen.“ Denn der 37-Jährige, der 2007 für seinen Spielfilm „Das Leben der Anderen“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, wolle mit dem „Ring“ ein großes Publikum auch außerhalb Bayreuths erreichen. „Er ist nicht bereit, eine Inszenierung mit einer begrenzten Wirkung zu machen“, sagte ein Vertrauter des Adeligen.

Ein Sprecher der Bayreuther Festspiele wollte keine Namen nennen. Er sagte nur: „Wir sprechen mit Kandidaten, die Qualität liefern können.“ Die Zeit dränge aber, denn schließlich müsste bereits im Herbst mit den Vorbereitungen für den „Ring“ im Sommer 2013 begonnen werden. Von Donnersmarck war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Oscar-Preisträger wird aber auch von der Konkurrenz als Wagner-Regisseur umworben. Er spreche mit dem Festspielhaus Baden-Baden über eine „Ring“-Inszenierung im Jahr 2016, berichten Beteiligte. In Baden-Baden könnte er mit dem von ihm geschätzten Dirigenten Christian Thielemann kooperieren. Diese Möglichkeit hätte er in Bayreuth nicht. Dort soll 2013 der Russe Kirill Petrenko den „Jahrhundert-Ring“ dirigieren.

Neben von Donnersmarck wird in Bayreuth auch Christof Loy gehandelt. Er zählt zu den gefragtesten Opernregisseuren der vergangenen Jahre. Der 48-jährige Essener wurde in diesem Jahr von den Salzburger Festspielen für die Richard-Strauss-Oper „Frau ohne Schatten“ verpflichtet. Loy wollte sich nicht zu einem möglichen Engagement äußern. Ein Sprecher seiner Zürcher Agentur Artists Management sagte nur: „Es ist eine Spekulation.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte Hans Neuenfels Interesse gezeigt. Der 69-jährige Regisseur inszenierte 2010 den „Lohengrin“ in Bayreuth. Katharina Wagner schließt dagegen aus, selbst die Regie zu übernehmen. Das freut ihre Kritiker. „Nach den katastrophalen Meistersingern und dem Ratten-Lohengrin kann Bayreuth sich keinen weiteren Reinfall mehr leisten“, schreibt ein Wagner-Fan in einem Blog.

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