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22.06.2015

16:07 Uhr

Nach WestLB-Abwicklung

Kunstsammlung NRW übernimmt Portigon-Kunst

Kunst gerettet: Die millionenschwere Kunstsammlung der ehemaligen WestLB wird offenbar von der Stiftung Kunstsammlung NRW gekauft. Allerdings kauft die Stiftung nur die wichtigsten Werke. Der Rest wird versteigert.

Die Skulptur „Stein Denkmal“ (1961/1969) von Henry Moore (1898 - 1986) bleibt in NRW. dpa

WestLB-Kunst

Die Skulptur „Stein Denkmal“ (1961/1969) von Henry Moore (1898 - 1986) bleibt in NRW.

DüsseldorfDie millionenschwere Kunstsammlung der ehemaligen WestLB ist nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ vor dem Abzug aus Nordrhein-Westfalen gerettet worden. Die WestLB-Nachfolgerin Portigon wird demnach die wichtigsten Werke an eine Stiftung verkaufen, die an das landeseigene Museum Kunstsammlung NRW angebunden werden soll.

In Düsseldorf kam am Montag zum zweiten Mal binnen fünf Monaten ein Runder Tisch mit Politikern, Managern und Kunstexperten zusammen. Das Gremium wollte sich auf die Lösung einigen. Portigon muss im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank die Sammlung aus 380 Kunstwerken und drei Streichinstrumenten veräußern.

Die neu zu gründende Stiftung soll für den Ankauf von der landeseigenen NRW-Bank einen Kredit über den Kaufpreis der WestLB-Sammlung erhalten. Der Kredit soll über eine Landesbürgschaft abgesichert werden. Außerdem werde das Land die auf bis zu 300.000 Euro pro Jahr veranschlagten Zinsen für den Kredit übernehmen, berichtete die „Rheinische Post“.

Zur WestLB-Kunstsammlung gehören neben Werken von August Macke, Paul Signac, Pablo Picasso oder Günther Uecker auch wertvolle Musikinstrumente wie die Stradivari „Lady Inchiquin“. Der Versicherungswert der Kunstwerke liegt bei rund 28 Millionen Euro. Portigon hatte erklärt, die Objekte nur zu Marktpreisen veräußern zu dürfen.

Offen ist noch, welche Kunstwerke die Stiftung ankaufen wird. Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) will zunächst die Musikinstrumente und neun Kunstwerke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufnehmen lassen. Das kommt einem Ausfuhrverbot gleich. Weitere 60 Kunstwerke will sie prüfen lassen.

Der Verkauf der Kunst aus einem landeseigenen Unternehmen hatte einen Proteststurm ausgelöst. Schon im vergangenen Herbst hatte der indirekt dem Land NRW gehörende Casino-Betreiber Westspiel zwei Siebdrucke von Andy Warhol für umgerechnet rund 121 Millionen Euro in New York versteigern lassen. Die Bilder hingen zuvor im Casino Aachen und waren ebenfalls von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) gekauft worden.

An dem Runden Tisch nahmen unter anderem Portigon-Vorstandschef Kai Wilhelm Franzmeyer, führende Manager von Westspiel und WestLotto, NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD), Kulturexperten der Landtagsfraktionen, Kulturstiftungen sowie Museumschefs teil

Von

dpa

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