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09.01.2012

18:55 Uhr

Nachlass

Brahms-Institut erhält wertvollen Beethoven-Brief

Das Lübecker Brahms-Institut hat einen bislang nicht zugänglichen Brief von Ludwig van Beethoven erhalten. Geschätzter Wert: bis zu 150.000 Euro. Der Nachlass ist auch aus anderen Gründen kostbar.

Die Unterschrift Ludwig van Beethovens ist auf einem jetzt wieder aufgetauchten Brief zu sehen. Das auf 150.000 Euro geschätzte Original soll am 18. Januar der Öffentlichkeit im Lübecker Brahms-Institut präsentiert werden, danach ist es bis zum 29. Januar im Museum des Instituts zu sehen. dpa

Die Unterschrift Ludwig van Beethovens ist auf einem jetzt wieder aufgetauchten Brief zu sehen. Das auf 150.000 Euro geschätzte Original soll am 18. Januar der Öffentlichkeit im Lübecker Brahms-Institut präsentiert werden, danach ist es bis zum 29. Januar im Museum des Instituts zu sehen.

LübeckDas rote Siegel seines Briefs bricht Ludwig van Beethoven doch noch einmal auf, um ein weiteres, schwungvoll beschriebenes Blatt beizulegen. Dann schickt der kränkelnde Komponist das Schreiben nach Paris, um Geldgeber für seine gerade vollendete Missa solemnis zu finden, die er selbst für sein bedeutendstes Werk hält.

Das war im Juli 1823, vier Jahre vor Beethovens Tod. Nun, fast 180 Jahre später, liegt der dreiseitige Brief im Brahms-Institut in Lübeck. Er ist der spektakulärste Teil eines umfangreichen Nachlasses, den die Musikpädagogin Renate Wirth (1920-2011) dem Förderverein des Instituts vererbt hat.

„Das war für uns ein ganz großer Glücksfall“, sagt Prof. Wolfgang Sandberger, der Leiter des Brahms-Instituts an der Lübecker Musikhochschule. Es gab zwar schon eine Abschrift des Briefes. „Aber wo das Original war, war der Wissenschaft bislang unbekannt.“ Auf dem Markt würde die Handschrift, deren Authentizität Sandberger für absolut sicher hält, wohl 100.000 bis 150.000 Euro bringen, hat das Institut schätzen lassen.

„Die Aura einer Beethoven-Handschrift ist enorm“, sagt auch der Leiter des Museums im Beethoven-Haus Bonn, Michael Ladenburger. Allein ein Einkaufszettel mit sechs mageren Worten ist im vergangenen Jahr für 60.000 Euro über den Auktionstisch gegangen. „Es ist ganz wichtig, dass der Brief nun ausstellbar ist“, betont Ladenburger.

Nur mit Gummihandschuhen berührt Prof. Sandberger das vergilbte, brüchige Papier. Langsam, ganz vorsichtig klappt er den Bogen auf. Dort, wo Beethoven das Siegel brach, ist ein Loch, einzelne Worte hat der Komponist noch einmal nachgetragen. Die Schrift ist anfangs noch ordentlich, später wird sie impulsiver, der Strich dicker, mit großen Schwüngen und einer Reihe Korrekturen.

„Euer Wohlgeborn“, beginnt der schon taube Beethoven (1770-1827). Adressat ist Franz Anton Stockhausen, Komponist und Harfenist - und Urgroßvater von Renate Wirth, der Musikpädagogin aus Frankfurt. Stockhausen soll Beethoven helfen, Subskribenten zu finden - Menschen, die schon vorab das Notenmaterial der Messe kaufen.

Kommentare (2)

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culture

09.01.2012, 19:05 Uhr

Phantastisch! Finanzgeilheit und Privatisierungs-itis vorbei...Bringt mehr, mehr solche Briefe, Nachrichten! Kultiviert die Menschen in Deutschland wieder! Mehr. Mehr. Mehr!

culture

09.01.2012, 19:05 Uhr

Phantastisch! Finanzgeilheit und Privatisierungs-itis vorbei...Bringt mehr, mehr solche Briefe, Nachrichten! Kultiviert die Menschen in Deutschland wieder! Mehr. Mehr. Mehr!

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