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11.06.2013

22:02 Uhr

Nagel Auktionen

Antiquitäten haben einen schweren Stand

VonSabine Spindler

Reserviert reagieren Sammler auf das hoch geschätzte Angebot der Antiquitätenauktion von Nagel. Das spiegelt auch die ungewöhnliche Zahl von Untergeboten. Für eine positive Überraschung sorgt ein Glas mit Schwarzlotmalerei aus der Zeit um 1700. Das auf 1.000 Euro geschätzte Gefäß erzielt am Ende 32.000 Euro inkl. Aufgeld.

32.000 Euro wurden für dieses barocke Glas mit Schwarzlotmalerei geboten. (Ausschnitt) Nagel Auktionen

32.000 Euro wurden für dieses barocke Glas mit Schwarzlotmalerei geboten. (Ausschnitt)

StuttgartMit einer Höhe von sieben Zentimetern gehörte der leicht graustichige Glasbecher mit der skurrilen Darstellung von drei Hofzwergen nicht unbedingt zu den spektakulären Objekten der Nagel-Auktion „Kunst & Antiquitäten“. Auf 1.000 Euro war die wahrscheinlich fränkische Antiquität aus der Zeit um 1700 geschätzt. Sie rief Sammler aus Deutschland, Italien und Osteuropa auf den Plan. Erst bei 24.000 Euro fiel der Hammer zugunsten eines deutschen Sammlers. Mit Aufgeld kostete das Glas, das aus einer alten Elsässer Privatsammlung stammt, 32.000 Euro.

Zuschlag unter der Taxe: 53.500 Euro inkl. Aufgeld für ein Pietra Dura-Kabinett des 17. Jahrhunderts. (Ausschnitt) Nagel Auktionen

Zuschlag unter der Taxe: 53.500 Euro inkl. Aufgeld für ein Pietra Dura-Kabinett des 17. Jahrhunderts. (Ausschnitt)

Untergebote ziehen Preise runter

Steigerungen wie diese sind nicht nur bei altem Glas selten. Sie blieben im Stuttgarter Auktionshaus die große Ausnahme. Antiquitäten haben derzeit einen schweren Stand. Nicht einmal die Hälfte der 617 Lose konnte während der Auktion abgesetzt werden. Einige der viel versprechenden Offerten wurden gar nur mit Untergeboten bedacht. So auch das feine Florentiner Kabinett mit diversen Steinintarsien-Platten. Statt der erwarteten 45.000 Euro bot der ausländische Handel nur 40.000 Euro. Inklusive Aufgeld ist das Möbel des 17. Jahrhunderts mit einem Erlös von 53.500 Euro das teuerste verkaufte Objekt geworden.

Chinesen kommen auf den Geschmack

Die Bieterlust etwas mehr entfachen konnten andere Werke mit Kunstkammercharakter. Auf 24.000 Euro inkl. Aufgeld brachte es eine große silberbeschlagenen Barockschatulle (Taxe: 15.000 Euro). Eine deutsche Museumsstiftung konnte sich für 13.300 Euro inklusive Aufgeld ein apartes deutsches Sgagliola-Kabinett sichern. Der Schätzpreis lag bei 6.500 Euro. Selbst chinesische Sammler sind auf den Geschmack gekommen. Für 23.000 Euro ging ein italienisches Barock-Kabinett mit gravierten Elfenbein-Platten in asiatische Hände. Für ein ähnliches historistisches Möbel mit frontalem Herrscherwappen investierte ein Chinese ebenfalls 23.000 Euro.

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