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03.05.2012

18:42 Uhr

Nagel

Europas Quellen für Asiatika sprudeln noch

Europäische Asiatika-Sammlungen sind noch lange nicht erschöpft. Das zeigt das Angebot der Frühjahrsauktionen im Auktionshaus Nagel. 9,7 Millionen Euro will der Stuttgarter Versteigerer mit 1.600 Losen einspielen. Zu den Top-Stücken gehört eine Sammlung chinesischer Bronzespiegel, Tuschmalereien großer Meister und ein Gedichtband aus der kaiserlichen Palastbibliothek.

Feine und seltene kaiserliche Jardinière mit Flambé-Glasur, China, gravierte Quianlong-Siegelmarke. Nagel Auktionen 2012

Feine und seltene kaiserliche Jardinière mit Flambé-Glasur, China, gravierte Quianlong-Siegelmarke.

Chinesische Sammler sind wie Wellenreiter. Die Trends kommen und gehen schnell. „Momentan stehen in China Antiquitäten und Skulpturen aus Bronze und feuervergoldete Objekte hoch im Kurs“, erklärt Michael Trautmann, Asiatika-Experte bei Nagel Auktionen, gegenüber dem Handelsblatt. „Auf diesen Trend dürfte das Stuttgarter Auktionshaus mit seiner Asiatika-Auktion am 9. und 10. Mai  vorbereitet sein.

Zu den Toplosen zählt unter anderem ein kaiserlicher Weihrauchbrenner aus der Qianlong-Periode. Das zylinderförmige,  feuervergoldete Gefäß aus dem späten 18. Jahrhundert mit umlaufenden Schriftzeichen ist auf 180.000 bis 250.000 Euro geschätzt. Große Erwartungen knüpft das Haus auch an eine kleine Bronzefigur des Amitayus aus dem 16. Jahrhundert. Der mit fein ziseliertem Kopf-, Arm- und Halsschmuck dekorierte Buddha der Weisheit und des langen Lebens soll 80.000 bis 100.000 Euro einspielen.

Einen eigenen Katalog ließ Nagel für die fast 90 angebotenen Bronzespiegel anfertigen. Die Sammlung wurde in mehr als 30 Jahren von einem  Heilbronner Akademiker-Ehepaar zusammengetragen und umfasst Arbeiten aus dem 4. Jahrhundert vor Christus bis 14. Jahrhundert nach Christus. Ihr Reiz liegt in den kunstvollen Rückseiten. Das mehr als 1.000 Jahre alte Relief eines schuppigen Drachens, der das sogenannte heilige Juwel zu ergattern versucht, steht preislich mit an der Spitze. Die Taxe beträgt 8.000 bis 10.000 Euro.

Frühe Einkäufe in China

Europas Quellen für Asiatika sprudeln noch. Aus der Familie des 1935 verstorbenen Ostasienexperten Albert Tafel stammt ein Paar puristischer Schränke aus Huanghula-Holz aus dem 17. Jahrhundert. Laut Michael Trautmann war ein Möbelpaar dieser Art seit 15 Jahren nicht mehr auf dem Markt. Man erwartet mindestens 200.000 Euro. Nicht ganz so hoch taxiert ist mit 60.000 bis 100.000 Euro ein Schrank aus Zitanholz mit meisterlich geschnitztem Rankenwerk auf den Frontpartien aus dem frühen 17. Jahrhundert. Ein Möbel von Museumsformat, das für hohen Anspruch und Repräsentationswillen steht. Bereits vor 1945 wurde es von einem deutschen Diplomaten in China erworben.

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