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02.07.2012

14:24 Uhr

Neuaufnahmen bei der Unesco

Deutschland hat ein Weltkulturerbe mehr

Die Unesco hat weltweit 26 Stätten neu in ihre Liste einzigartiger Schätze der Menschheit aufgenommen, darunter das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth. Ein weiterer Antrag aus Deutschland wurde dagegen abgelehnt.

Prunkvoll: Ein Blick ins Innere des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth. dpa

Prunkvoll: Ein Blick ins Innere des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth.

St. PetersburgDie Unesco hat weltweit 26 Stätten neu in ihre Liste einzigartiger Schätze der Menschheit aufgenommen, darunter aus Deutschland das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth. Als letztes kürte das zuständige Komitee in St. Petersburg am Montag den russischen Naturpark Lena-Felsen in Sibirien zum Weltnaturerbe, wie die Unesco mitteilte. Große Sorgen bereitet der Organisation weiter die Bedrohung der Welterbe-Stätten in Timbuktu durch radikale Islamisten.

Das Welterbe-Komitee nahm die Wüstenstadt im westafrikanischen Krisenland Mali deshalb in seine Rote Liste auf. Das Thema werde bis zum Ende der Sitzungen am 6. Juli an vorderster Stelle stehen, sagte eine Unesco-Sprecherin.

Die Neuzugänge der Unesco

Weltkulturerbe

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth (Deutschland) - Perlenzucht als Zeugnis einer Inselökonomie (Bahrain) - Bedeutende Orte des wallonischen Bergbaus (Belgien) - Kulturlandschaft Rio de Janeiro (Brasilien) - Stätte von Xanadu (China) - Historischer Stadtkern von Grand-Bassam (Elfenbeinküste) - Bergbaugebiet Nord-Pas de Calais (Frankreich) - Kulturlandschaft Subak-Landschaften auf Bali (Indonesien) - Dschame-Moschee in Isfahan (Iran) - Gonbad-e Kabus (Iran) - Stätten der menschlichen Evolution im Karmel-Gebirge (Israel) - Kulturlandschaft Grand Pré (Kanada) - Archäologische Stätten im Lenggong-Tal (Malaysia) - Rabat (Marokko) - Geburtskirche Jesu Christi und Pilgerweg in Bethlehem (Palästinensische Autonomiegebiete) - Garnisonsstadt Elvas (Portugal) - Holzbauernhäuser in der Provinz Hälsingland (Schweden) - Kulturlandschaften der Bassari, Fula und Bedik (Senegal) - Quecksilbergewinnung in Almadén und Indrija (Spanien/Slowenien) - Çatalhöyük (Türkei)

Weltnaturerbe

Fossilienfundstätte von Chengjiang (China) - Westghats-Gebirge (Indien) - Sangha Tri-Nationalpark (Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Republik Kongo) - Naturpark Lena-Felsen (Russland) - Seenlandschaft von Ounianga (Tschad)

Weltkultur- und Naturerbe

Südliche Lagune der Rock Islands (Palau)

Rote Liste

Geburtskirche Jesu Christi (Palästinensische Autonomiegebiete) - Hafenanlagen in Liverpool (Großbritannien) - Timbuktu (Mali) - Grabmal des Askia (Mali) - Küstenforts von Portobello und San Lorenzo (Panama)

„Sie begehen ein Verbrechen gegen die Geschichte der Welt“, kritisierte der Unesco-Afrikaexperte Lazare Eloundou Assomo die Islamisten in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Verwüstung der geschützten Heiligtümer im Norden Malis sei „durch nichts zu rechtfertigen und inakzeptabel“. Die Unesco rief die internationale Gemeinschaft zum Schutz der „Perle der Wüste“ auf, die seit 1988 zum Weltkulturerbe zählt.

Einen besonderen Grund zur Freude hatten hingegen die Republik Kongo, Palau und Tschad sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Sie sind alle erstmals auf der begehrten Welterbe-Liste vertreten. Für Aufregung hatte vor allem die Ernennung der Geburtskirche Jesu Christi und des Pilgerwegs in Bethlehem auf Antrag der Palästinenser gesorgt. Vor allem Israel kritisierte die Entscheidung als politisch.

Einen Rückschlag musste die baden-württembergische Stadt Schwetzingen hinnehmen. Das Komitee lehnte ihren Antrag ab, die Kurfürstliche Residenz als Welterbe einzustufen. Auch sechs weitere Bewerber hatten keinen Erfolg. Weltweit tragen damit 962 Stätten den begehrten Welterbe-Titel, davon 37 in Deutschland. Bedingung für eine Aufnahme sind etwa der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für zukünftige Generationen sicherstellt.

Von

dpa

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