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18.05.2012

16:06 Uhr

Neues Buch von Sarrazin

Warum Europa den Euro nicht braucht

VonDirk Heilmann

Ein Provokateur bleibt sich treu: Thilo Sarrazin legt nach seinem umstrittenen Buch über Migranten nach - und nimmt den Euro ins Visier. Sein Verlag reibt sich die Hände, Sarrazin ist wieder für einen Bestseller gut.

Skandalautor Thilo Sarrazin: Nach seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ erscheint nun ein weiteres Werk zum aktuellen Zeitgeschehen. Es trägt den Titel „Europa braucht den Euro nicht“. dpa

Skandalautor Thilo Sarrazin: Nach seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ erscheint nun ein weiteres Werk zum aktuellen Zeitgeschehen. Es trägt den Titel „Europa braucht den Euro nicht“.

DüsseldorfDas Timing könnte nicht besser sein. Die Krise in Griechenland spitzt sich zu, Szenarien von Euro-Austritten machen die Runde, und die Bundesbank schürt unbeabsichtigt die Angst vor der Inflation. Die Gegner der Merkel'schen Rettungspolitik formieren sich. Und nun bekommen sie eine Verstärkung, die sich als entscheidend erweisen könnte: Thilo Sarrazin, der erfolgreichste Provokateur dieses Jahrzehnts, kehrt mit einem Buch über die Fehler der Währungsunion in das Zentrum der öffentlichen Debatte zurück. "Europa braucht den Euro nicht", heißt es und spricht damit zumindest einer großen Minderheit der Deutschen aus der Seele.

Anders als beim Thema Migration, bei dem sich Sarrazin mit seinem Mega-Bestseller "Deutschland schafft sich ab" von 2010 auf angelesenes Wissen und zweifelhafte Statistiken stützte und auf Erzählungen seiner Frau, einer ehemaligen Berliner Lehrerin, berief, ist der ehemalige Bundesbank-Vorstand beim Thema Euro auf seit Jahrzehnten vertrautem Terrain unterwegs. Schließlich hat der in Bonn promovierte Ökonom 1989/90 für den damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel und seinen Staatssekretär Horst Köhler, den späteren Bundespräsidenten, die deutsch-deutsche Währungsunion vorbereitet, war Finanzsenator in Berlin und saß eineinhalb Jahre lang im Vorstand der Bundesbank.

Mit seinem letzten Werk „Deutschland schafft sich ab“ hat Thilo Sarrazin eine landesweite Debatte losgetreten. dpa

Mit seinem letzten Werk „Deutschland schafft sich ab“ hat Thilo Sarrazin eine landesweite Debatte losgetreten.

Sarrazin hat sogar schon einmal ein Buch über den Euro geschrieben. 1997 war das, und es trug den ergebnisoffenen Titel "Der Euro. Chance oder Abenteuer?". Glaubt man den damaligen Rezensionen, so kam es zu einer positiven Prognose für den Euro. Es warnte sogar vor einer allzu strikten Auslegung der Konvergenzkriterien, wie die "FAZ" damals bemängelte.
Doch damals für den Euro gewesen zu sein muss ja nicht heißen, dass man heute nicht dagegen sein darf. Schließlich hat auch Hans-Olaf Henkel in den neunziger Jahren als BDI-Präsident vehement für die Gemeinschaftswährung geworben, die er heute lieber jetzt als morgen in einen Nord- und einen Süd-Euro zerlegen würde.

Kommentare (53)

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grosse_literaten

18.05.2012, 16:16 Uhr

War Sarrazin nicht im Bundesbankvorstand ? Als es dort seine Aufgabe gewesen wäre, sich um unser Geld zu kümmmern hat er sich leiber mit der Abschaafung Deutschlands beschäftigt. Wieder einer, der hinterher alles besser weiss.

pensionskonto

18.05.2012, 16:23 Uhr

man kann man wohl erst die Wahrheit sagen, wenn man nicht mehr Mitgleid des "Systems" ist. Ich ahne Schlimmes.

Anleihenspezialist

18.05.2012, 16:29 Uhr

"Europa braucht den Euro nicht", heißt es und spricht damit zumindest einer großen Minderheit der Deutschen aus der Seele.

Lieber Herr Heilmann, Sie verdrehen hier wieder die Tatsachen, da eine große Mehrheit in der Bevölkerung von Deutschland, den Euro ablehnt. Also nicht nur Bürger mit der deutschen Staatsbürgerschaft.

Das Griechenland dem Beispiel von Argentinien in 2001 nacheifern wird und auch muß, sollte doch jedem klar sein, wer Mathematik = Zinsrechnungen beherrscht.

Oder wieviele Schuldenschnitte bekommt Griechenland noch geschenkt?

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