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07.11.2011

10:50 Uhr

Neumeister

Jubiläum mit Skulpturen

Von der Kleinplastik bis zum großen Format – die Skulpturenauktion von Neumeister hat für jedes Ambiente etwas im Angebot. Daneben versteigert das Münchener Haus Klassische Moderne, zeitgenössische und außereuropäische Kunst.

Jannis Kounellis: "Denkmal für den tapferen Bürger", 1971, Glas, Metall, Stoff auf Holzsockel (Ausschnitt). Neumeister

Jannis Kounellis: "Denkmal für den tapferen Bürger", 1971, Glas, Metall, Stoff auf Holzsockel (Ausschnitt).

München.Das Münchener Auktionshaus Neumeister wird seine 50. Moderne-Auktion groß feiern. Auf dem Programm stehen am 10. November eine Sonderauktion mit rund 100 Skulpturen seit dem Jugendstil; außerdem werden die Schwerpunkte Klassische Moderne, Kunst des 20. Jahrhunderts, angewandte Kunst und Design sowie außereuropäische Kunst bedient.

Den Auftakt der Sonderauktion „Shape“ macht Franz von Stucks „Amazone“ zur Taxe von 18.000 bis 20.000 Euro. In strahlendem „international Klein Blue“ strahlt die Venus von Yves Klein, eine Edition, die 20 Jahre nach der Entstehung aufgelegt wurde. Schätzpreis ist 40.000 bis 50.000 Euro. Toplos ist die dreiteilige Skulptur „Complex Forms No. 19“ (1988) von Sol LeWitt aus einer italienischen Privatsammlung, für die 90.000 bis 120.000 Euro angesetzt sind. Von Vertretern der Arte Povera werden attraktive Werke offeriert. Jannis Kounellis geheimnisvolle wie sprechende Installation „Denkmal für den tapferen Bürger“ etwa soll 90.000 bis 100.000 Euro kosten. Auch Armans Assemblagen dürfen nicht fehlen, etwa „Barbecue“ von 1970 zum Schätzpreis von 8.000 bis 10.000 Euro. Jahrgang 1982 ist die Münchner Akademieabsolventin Anita Edenhofer. Scheinbar friedlich liegt ihre 1,80 m lange Löwin aus grünem und weißem Verbundglas (4.000 bis 6.000).

In dem attraktiv gestalteten Katalog finden sich zu Schätzpreisen ab 800 Euro Werke für jeden Geldbeutel und Wohnraum. Von der Kleinplastik bis zur Großskulptur ist alles dabei.

Leo Putz: "Zum Bade II", 1911, Öl / Leinwand (Ausschnitt) Neumeister

Leo Putz: "Zum Bade II", 1911, Öl / Leinwand (Ausschnitt)

Unbeschwertes aus der Klassischen Moderne

1987 führte die heutige Inhaberin und Geschäftsführerin Katrin Stoll die erste Moderne Auktion durch. Sie war es, die als 25-jährige die Abteilung im Unternehmen ihres Vaters Rudolf Neumeister etablierte. Als Toplos schickt Neumeister eine frühe Ölskizze von Wassily Kandinsky ins Rennen. Die pointillistisch inspirierte Parklandschaft entstand um 1903. In leuchtenden Farben und energischen Pinselstrichen ist die herbstliche Stimmung eingefangen (160.000 bis 180.000 Euro). Auf 100.000 bis 120.000 Euro ist eine der berühmten Badeszenen des Südtiroler Malers Leo Putz taxiert. Er studierte ab 1889 an der Münchner Kunstakademie und ist einer der Mitbegründer der Künstlervereinigung „die Scholle“. Mit leichtem Duktus und strahlenden Farben hält Putz auf dem Gemälde „Zum Bade II“ die unbeschwerte Stimmung eines Sommertags fest. Das Bild von 1911 hat einen Schätzpreis von 100.000 bis 120.000 Euro.

Mit Edward Cucuels Gemälde „Mittag“ wird ein weiteres Werk aus dem Künstlerkreis der Scholle angeboten. Es zeigt einen gedeckten Tisch im Schatten eines Baumes am Starnberger See. Erwartet werden 50.000 bis 55.000 Euro. In kräftigen Farben schwelgte der Matisse-Schüler Hans Purrmann, als er seine „Pappeln am Wasser in Fano“ malte (55.000 bis 60.000 Euro). Von Pablo Picasso wird zum Schätzpreis von 75.000 bis 80.000 Euro ein frühes Aquarell von 1905 angeboten. Das Blatt ist kleinformatig und zeigt eine stehende nackte Frau mit langem, wallenden Haar.

In der Sektion „außereuropäische Kunst“ findet sich ein besonders rares Stück, ein Marionettenkopf der Fang aus Zentralafrika. Nur fünf Köpfe sind weltweit bekannt. Neben einem Exemplar im Museum Barbier-Mueller in Genf befinden sich die drei weiteren in privaten Sammlungen in den USA. Erwartet werden 35.000 bis 45.000 Euro.

Von

Bettina Beckert

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