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15.12.2012

13:57 Uhr

Neumeister

Sammler suchen das Beste

VonSabine Spindler

Nur hohe Qualität bringt gute Preise. Das gilt für Heinrich von Zügels Tierbilder genauso wie für die Alte Kunst bei Neumeister.

Heinrich von Zügel: Das auf Holz gemalte Bild „Zwei Widderköpfe“ konnte seinen Schätzpreis versechsfachen. Gekauft hat das durch Nahsicht und Anschnitt so modern wirkende Gemälde ein Museum. Quelle: Neumeister

Heinrich von Zügel: Das auf Holz gemalte Bild „Zwei Widderköpfe“ konnte seinen Schätzpreis versechsfachen. Gekauft hat das durch Nahsicht und Anschnitt so modern wirkende Gemälde ein Museum.

Quelle: Neumeister

MünchenDas Münchener Auktionshaus Neumeister wird die Versteigerung einer Sammlung von 60 Gemälden des Tiermalers Heinrich von Zügel (1850 -1941) am 5. Dezember ohne Zweifel als positive Bilanz verbuchen. Knapp 600.000 Euro (inklusive Aufgeld) spielte die Auktion ein. Nur acht der 60 angebotenen Gemälde wurden nicht beboten. Die Steigerungsraten lagen sowohl bei naturalistischen als auch bei den impressionistischen Werken bei niedrig gesetzten Taxen mitunter um die 50 Prozent.

Nach schlechtem Start mit dem verschmähten postromantischen Gemälde „Vor der schwäbischen Dorfschänke“ sorgte drei Nummern weiter ein stimmungsvoller „Kalter Winterabend bei aufgehendem Mond“ von 1880 für aufkommende Bieterlaune. Für 12.000 Euro aufgerufen, fiel erst bei 22.000 Euro der Hammer (inklusive Aufgeld knapp 28.000 Euro).

Zum teuersten Gemälde aus der Sammlung eines 82-jährigen Architekten, der im Mai im Penthouse seines Hochhauses in Rastatt ermordet wurde, avancierte der 1884 gemalte „Frühling“ (Taxe: 15.000 bis 20.000 Euro). Die Szene mit ruhenden Schafen und einem liebreizenden Kinderpaar im Hintergrund kostete mit Aufgeld 63.500 Euro.

Heimlicher Favorit aber waren die nur briefpapiergroßen „Zwei Widderköpfe“ - dargestellt in packender „Nahaufnahme“. Im Saal und an den Telefonen entbrannte ein Bietgefecht. Mit 31 750 Euro musste ein süddeutsches Museum schließlich mehr als das Sechsfache der Taxe aufbringen. Im Jahr 2012 sind das gute Preise für Gemälde Heinrich von Zügels. Aber keine Verzinsung der ursprünglichen Investition. Seit Jahren fallen die Preise für den brillanten Tiermaler. Das Gros wurde zwischen 3.000 und 9.000 Euro an neue Besitzer gegeben.

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