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05.04.2011

14:26 Uhr

Neumeister

Wo sich die Schätzpreise vervielfachen

VonBettina Beckert

Das Angebot an Alter Kunst konnte Neumeister in seiner Frühjahrsauktion flüssig absetzen. Überraschend teuer wurden Stillleben, ein Glasdeckelpokal und eine Kommode aus dem Besitz von Marie Antoinettes Tochter.

G roßer Sprung: Das Stillleben mit Huhn und Austern, Zitrone und Oliven kletterte von 15000 auf 110.000 Euro Hammerpreis. Quelle: Ch. Mitko/Neumeister

Großer Sprung: Das Stillleben mit Huhn und Austern, Zitrone und Oliven kletterte von 15000 auf 110.000 Euro Hammerpreis.

München„Hervorragende Zahlen, sensationelle Quoten“ fasst Geschäftsinhaberin und Auktionatorin Katrin Stoll das Ergebnis der Frühjahrsauktion Alte Kunst am 30. März bei Neumeister zusammen. Über 75 Prozent der angebotenen Werke wurden verkauft, knapp 100 Prozent der unteren Schätzpreissumme wurden erreicht.

Bei 110.000 Euro (netto) fiel der Hammer für ein flämisches Stillleben aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Katalogtext stellte Bezüge zu Werken von Osias Beert und David Rijckaert her. Sicherlich hat der internationale Händler im Saal, der sich gegen einschlägige internationale Konkurrenz an den Telefonen durchsetzte die Frage der Zuschreibung für sich beantwortet. Taxiert war das 68 x 104 cm große Ölgemälde auf 15.000 bis 18.000 Euro. Aus der Sparte Alte Meister kam auch das Werk der Auktion, das mit 20 Telefonbietern am heißesten umkämpft war: ein prachtvolles italienisches Früchtestillleben, das barocke Lebensfreude versprüht. Mit bescheidenen 1.200 bis 1.500 Euro geschätzt, spielte es schließlich 30.000 Euro zugunsten eines italienischen Bieters ein.

Goldglanz für Trachtlerin

Auch die neueren Gemälde erfreuten sich großen Zuspruchs. Unerwartete 28.000 Euro erzielte das 1845 datierte Porträt des Wiener Malers Anton Einsle von Erzherzog Carl von Österreich, der sich hochdekoriert – unter anderem mit dem Orden vom Goldenen Vlies - energisch dem Betrachter präsentiert. Eine private Bieterin engagierte sich hier erfolgreich, auch gegen die Albertina in Wien. Erzherzog Carl von Österreich erbte von seinem Adoptivvater Prinz Albert von Sachsen-Teschen dessen bedeutende grafische Kunstsammlung, die „La Collection Albertina“, die den Grundstock der berühmten Sammlung bildet. Ein reizvolles „Dirndl“ von Paul Matthias Padua von 1934 wurde einer süddeutschen Sammlerin im Saal für 60.000 Euro zugeschlagen (Taxe 8.000 – 10.000). Der ungewöhnliche Goldhintergrund weckt Assoziationen an Madonnen- und Heiligendarstellungen und lässt die junge Frau in Tracht, die den Blick abwendet, noch attraktiver erscheinen.

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