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15.03.2012

15:57 Uhr

New Yorker Messen

Platzhirsche positionieren sich

VonBarbara Kutscher

In New York überraschte die Messe des Galeristenverbandes ADAA positiv. Auch die Konkurrenz, die Armory Show, konnte sich verbessern. Doch etliche Sammler aus Europa warten die erste Frieze im Mai ab.

Cindy Sherman-Präsentation bei Metro Pictures auf der ADAA. David X Prutting/BFAnyc.comDavidX/bfnyc.com

Cindy Sherman-Präsentation bei Metro Pictures auf der ADAA.

New York
Zwei Messen hielten letzte Woche die New Yorker und ihre Gäste auf Trab. Groß raus kam die 24. „Art Show“ des Galeristenverbandes ADAA. In der von Herzog & De Meuron wunderbar renovierten Park Avenue Armory mauserte sie sich endlich von leicht angestaubt zu spannend. Das Rezept: viele der 72 Händler von Moderne bis Gegenwart beschränkten sich auf herausragende Soloshows. Da gab es Cindy Shermans Collagen „Murder Mystery“ (1976; 200.000 bis 40. 000 Dollar) bei Metro Pictures, Marian Goodman setzte erfolgreich auf die seltenen Fotos der tragischen Francesca Woodman, Pace Gallery verkaufte sämtliche Zeichnungen des Neuzugangs Yoshitomo Nara und schön kam auch Anton Kerns Erstauftritt mit den fragmentierten Skulpturen Matthew Monahans (bis 230.000 Dollar) zur Geltung.

Installation von Yinka Shonibare auf der ADAA bei der Galerie James Cohan.. David X Prutting/BFAnyc.comDavixX/bfnyc.com

Installation von Yinka Shonibare auf der ADAA bei der Galerie James Cohan..

Da war auch Platz für das sicher teuerste Werk der Woche: Acquavella Galleries preiste Edgar Degas‘ Pastell „La Danse Grecque“ auf 8,8 Millionen Dollar. Maßstab für die Zulassung zur Messe war allein die überzeugende Qualität der Präsentation. “Händler sollen ihr Programm vermitteln, ohne wie auf einer Wäscheleine alle Werke aufzuhängen“, erklärte Direktorin Linda Blumberg, so will man Gespräche provozieren. 

Wozu Messen?

Die Armory Show stand dagegen teilweise im Schatten der FRIEZE! Der Londoner Herausforderer wird zwar erst in knapp zwei Monaten (4.-7. Mai) in New York erwartet. Doch viele Europäer hatten aus „wettertechnischen“ Gründen ihren Besuch in der Stadt auf den Mai verschoben und ein trendiger Lower Eastside-Galerist verkündete munter: „Meine Kollegen werden zur Frieze New York mit ihrem A-Game aufwarten“. Implizierte er, dass hier auf Landungsbrücke 94 im Hudson nur das B-Game oder gar Schlimmeres hänge? „Wozu noch Messen? Wir kennen unsere Sammler ja“, überlegte eine etablierte Händlerin, „eigentlich könnten wir ja auch einfach mit einem iPad anreisen“. Die Messelandschaft ist eindeutig im Fluss.

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