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26.04.2013

14:53 Uhr

Nicht genug Zuschauer

ARD stellt die Tageswebschau ein

VonTill Simon Nagel

Pünktlich zum ersten Geburtstag beerdigt die ARD ihr Nachrichtenformat für die junge Netzgemeinde. Die Reaktionen der Web-Gemeinde fallen entsprechend aus – mit teils harscher Kritik an der ARD.

Teja Adams (l) und Marcello Bonventre, Redakteure der Digitalen Garage, bei der Arbeit an der tagesWEBschau. Anfang Juni wird das Nachrichtenmagazin eingestellt. dpa

Teja Adams (l) und Marcello Bonventre, Redakteure der Digitalen Garage, bei der Arbeit an der tagesWEBschau. Anfang Juni wird das Nachrichtenmagazin eingestellt.

DüsseldorfThemen aus dem Netz, altersgerecht und zeitgemäß aufbereitet für ein junges Publikum, das ist die Tageswebschau. Oder vielmehr war. Denn die ARD will ihr Netznachrichtenmagazin für junge Leute voraussichtlich zum 4. Juni einstellen, meldet meedia.de unter Berufung auf Radio Bremen, wo das Format seit knapp einem Jahr produziert wird. Als Grund für die Einstellung werden zu geringe Zuschauerzahlen genannt.

Im Juni 2012 startete die ARD ihr experimentelles Format mit großen Erwartungen zunächst für ein halbes Jahr, dann wurde um weitere sechs Monate verlängert. Einmal täglich gibt es seitdem werktags bis zu fünf Minuten aktuelle Nachrichten über neue Entwicklungen im Netz, Diskussionen, Programme.  Gesendet wurde im Netz, den ARD-Digitalkanälen oder auf das Smartphone.

Doch die Entwicklung des Formats blieb augenscheinlich hinter den Erwartungen zurück. „Es war letztendlich eine Entscheidung der Intendanten“, sagte Marcello Bonventre, Redaktionsleider der „Digitale Garage“ bei Radio Bremen dem Deutschlandradio. Einige der gesetzten Ziele seien erreicht worden – etwa stabile Zugriffe im Portal Youtube. Doch in anderen Bereichen seien die Zugriffszahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Bei Facebook hat die Tageswebschau beispielsweise nur rund 2500 Fans, beim Kurznachrichtendienst Twitter folgen nur knapp 1400 Menschen den Nachrichten der Redaktion. Alles in allem nicht genug, um das Experiment weiterlaufen zu lassen, obwohl wirklich verwertbare Zahlen – etwa über die Zugriffe in den ARD-Digitalkanälen – nicht vorliegen.

Die Nachricht vom Ende der Tageswebschau hat im Netz für eine Welle von Anteilnahme gesorgt. 

Aufrichtiges Bedauern kommt von Twitterin Slotte_

Auch auf der Facebookseite der Tageswebschau gingen erste Beileidsbekundungen ein. Etwa von Heiko Sieber, der schreibt: „Ich musste lesen, die tagesWEBschau wird eingestellt. Schade, war eine interessante Idee.“ Eine Idee, von der aber anscheinend nicht jeder wusste, wie dieser Tweet von Arian Kriesch zeigt:

Doch wie geht es nach dem Aus des gemeinschaftlich finanzierten ARD-Projekts nun weiter? Redaktionsleiter Bonventre hofft, seine Mannschaft zusammenhalten zu können. Die während der Arbeit an der Tageswebschau gewonnenen Erfahrungen sollen in Zukunft in die Entwicklung eines neuen Nachrichtenformats für eine junge Zielgruppe einfließen, sagte er. Konkrete Vorschläge sollen den Intendanten der ARD im Herbst vorgelegt werden.

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