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21.01.2011

09:38 Uhr

Okwui Enwezor

Eine kleine Sensation

VonSusanne Schreiber

Der ehemalige Documenta-Chef Okwui Enwezor wird Direktor im Haus der Kunst. Er hat Kassels Kunstmesse um Künstler aus Afrika, Asien und Lateinamerika erweitert. Jetzt muss er ein Programm für das Münchener Ausstellungshaus konzipieren, das keinen eigenen Bestand hat.

Enwezor: Gefeierter Quereinsteiger der Kunstszene. dpa

Enwezor: Gefeierter Quereinsteiger der Kunstszene.

DÜSSELDORF. Dem großen Publikum fiel es 2002 wie Schuppen von den Augen. Kunst spielt sich nicht nur zwischen den zwei mächtigen Kunstmarkt-Blöcken Europa und USA ab. Künstler aus Afrika, Asien und Lateinamerika haben einen trefflichen Blick auf die Gegenwart. Sie in die weltweit wichtigste Großveranstaltung zur aktuellen Kunst in Kassel geholt zu haben ist das Verdienst von Okwui Enwezor, dem künstlerischen Leiter der Documenta 11.

Diese Woche wurde bekannt, dass der in New York lebene Ausstellungskurator, Gastprofessor und Kunsttheoretiker Enwezor das Haus der Kunst in München übernimmt. Seine Stelle als Direktor und Nachfolger des an die Tate Modern wechselnden Belgiers Chris Dercon tritt Enwezor im Oktober an.

1963 in Nigeria geboren, studiert Enwezor Politikwissenschaft in New York und wird schon früh zum gefragten Quereinsteiger in der Kunstszene. Neben der Documenta 11 hat er die Biennalen in Johannesburg (1996/ 97), Sevilla (2005/06) und Gwangju (2007/08) geleitet. Kürzlich wurde er zum Chefkurator der 2012 in Paris stattfindenden Triennale ernannt.

„Wie kaum eine Spitzengestalt der internationalen Kunstszene ist er europäisch wie außereuropäisch verankert,“ lobt Wolfgang Heubisch, Bayerns Minister für Wissenschaft und Kunst, Vernetzung und Profil des designierten Direktors.

Ein Programm für das Ausstellungshaus ohne eigenen Bestand hat Enwezor natürlich noch nicht zu verkünden, wohl aber, „dass es auf Ideen, nicht auf Nationalitäten ankommt“. Ein Gewinn für das Haus der Kunst, für München, wo er schon 2001 auf sich aufmerksam machte, für Deutschland.

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