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23.02.2015

07:35 Uhr

Oscar-Verleihung

Hollywood-Satire „Birdman“ ist der große Gewinner

Die bitterböse Hollywood-Satire „Birdman“ hat vier der begehrten Oscar-Preise erhalten. Genauso wie die deutsche Ko-Produktion „Grand Budapest Hotel“. Der Brite Eddie Redmayne wurde für seine Hawking-Rolle ausgezeichnet.

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Los AngelesDie Hollywood-Satire „Birdman“ ist der große Gewinner der Oscar-Nacht. Die Komödie von Regisseur Alejandro G. Iñárritu wurde als bester Film ausgezeichnet und bekam auch den Oscar für Regie, für Kamera und für Original-Drehbuch. „Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“ ist eine bitterböse Satire auf das Showbusiness. Erstmals seit 1999 gewann damit wieder eine Komödie den Oscar als bester Film.

„Birdman“ dreht sich um einen abgehalfterten Superhelden-Darsteller, der seine Karriere mit einem Theaterstück am Broadway wiederbeleben will. Die Satire setzte sich in der Königskategorie „Bester Film“ unter anderem gegen das Langzeitprojekt „Boyhood“ und die britisch-deutsche Komödie „Grand Budapest Hotel“ durch.

Iñárritus von Kritikern gefeiertes, an der Kinokasse jedoch nur mäßig erfolgreiches Werk nimmt die Eitelkeiten in der Filmbranche aufs Korn. Selbstironie beweist dabei Hauptdarsteller Michael Keaton, der als „Batman“ Anfang der 90er-Jahre große Erfolge feierte, an die er lange nicht mehr anknüpfen konnte.

Außerdem waren in der Königskategorie das Scharfschützendrama „American Sniper“, der Weltkriegs-Thriller „The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben“ sowie das US-Bürgerrechtsdrama „Selma“, der Musikfilm „Whiplash“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über den britischen Astrophysiker Stephen Hawking vertreten.

Oscar 2015: Welche Filme was gewonnen haben

Preisverleihung

Die amerikanische Filmkunst-Akademie hat in Hollywood zum 87. Mal ihre Preise vergeben. Folgende Filme wurden ausgezeichnet.

Quelle: dpa

Vier Oscars (1)

„Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“ (Film, Regie, Kamera, Original-Drehbuch)

Vier Oscars (2)

„Grand Budapest Hotel“ (Produktionsdesign, Kostümdesign, Make-up/Frisur, Filmmusik)

Drei Oscars

„Whiplash“ (Nebendarsteller, Schnitt, Tonmischung)

Einen Oscar (1)

„American Sniper“ (Tonschnitt)

„Boyhood“ (Nebendarstellerin)

„The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben“ (Adaptiertes Drehbuch)

Einen Oscar (2)

„Selma“ (Filmsong)

„Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (Hauptdarsteller)

„Still Alice - Mein Leben ohne Gestern“ (Hauptdarstellerin)

Einen Oscar (3)

„Interstellar“ (Spezialeffekte)

„Ida“ (Nicht-englischsprachiger Film)

„Baymax - Riesiges Robowabohu“ (Animationsfilm)

Einen Oscar (4)

„Feast“ (Animations-Kurzfilm)

„Citizenfour“ (Dokumentarfilm)

Einen Oscar (5)

„Crisis Hotline: Veterans Press 1“ (Dokumentar-Kurzfilm)

„The Phone Call“ (Kurzfilm)

„Grand Budapest Hotel“ gewann ebenfalls vier Oscars, allerdings eher in technischen Kategorien wie das beste Kostümdesign und das beste Make-Up. Die bildgewaltige Komödie von Wes Anderson ist eine deutsche Ko-Produktion.

Drei Oscars gingen an das Musikerdrama „Whiplash“ von Damien Chazelle. Der 60-jährige J.K. Simmons wurde für seine Rolle als aggressiver Musiklehrer als bester Nebendarsteller geehrt; weitere Preise gab es für die Tonmischung und den Filmschnitt.

Beste Nebendarsteller

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Als bester Hauptdarsteller wurde der 33-jährige Brite Eddie Redmayne für seine Darstellung des Physikers Stephen Hawking in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ ausgezeichnet. Die 54-jährige Amerikanerin Julianne Moore bekam den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in dem Alzheimer-Drama „Still Alice - Mein Leben ohne Gestern“.

Ausgerechnet zwei Dankesreden gehörten zu den Höhepunkten dieser sonst eher durchschnittlichen Oscar-Nacht. Schauspielerin Patricia Arquette (beste Nebendarstellerin im Jugenddrama „Boyhood“) nutzte ihre Rede zu einem kämpferischen Aufruf für Frauenrechte. Sänger John Legend (bester Filmsong „Glory“ im Bürgerrechtsdrama „Selma“) erinnerte daran, wie aktuell das Thema Rassismus ist.

Die Zitate der Sieger

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Wim Wenders ging auch bei seiner dritten Nominierung leer aus. Er war mit „Das Salz der Erde“ über den Fotografen Sebastião Salgado in der Kategorie Dokumentation im Rennen gewesen. Diesen Oscar gewann jedoch die US-Regisseurin Laura Poitras mit „Citizenfour“ über den Whistleblower Edward Snowden - eine deutsche Ko-Produktion. Der Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film ging an die polnische Produktion „Ida“.

In Deutschland sorgte eine Panne beim Fernsehsender Pro Sieben für Ärger bei den Fans: Gleich zu Beginn der Gala brach die Live-Übertragung für etwa sieben Minuten ab. Pro Sieben entschuldigte sich via Twitter und nannte als Grund: „Leitung abgerauscht“.

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