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19.02.2015

12:04 Uhr

Oscars 2015

Warum Frauen trotzdem chancenlos sind

Meryl Streep, Reese Witherspoon, Julianne Moore...die Namen der zehn Oscar-nominierten Schauspielerinnen sind schnell aufgezählt. Doch in den anderen Sparten sind Frauen Mangelware. Hollywood ist immer noch Männersache.

Oscar-Verleihung

Modenschau auf dem roten Teppich

Oscar-Verleihung: Modenschau auf dem roten Teppich

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Los AngelesAuf dem roten Teppich spielen sie die Hauptrolle. Dann sind die Scheinwerfer und Kameras auf die Roben, Diamanten und Dekolletés der Hollywood-Frauen gerichtet. Doch nach der Oscar-Gala ist es mit der „Girl Power“ schnell wieder vorbei. „Es ist ein Männerverein und es bleibt ein Männerverein“, beklagte die Regisseurin Mimi Leder (63, „Deep Impact“) unlängst in der „New York Times“ den Mangel an Frauen und an weiblicher Power im Filmgeschäft.

Heldinnen sind die Ausnahme

Natürlich lassen Frauen hin und wieder die Kinokassen klingeln. Mit 24 Jahren hat sich Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen in der „Tribute von Panem“-Serie als Heldin nach oben gekämpft. Mit Einnahmen von 335 Millionen Dollar war „Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1“ im vorigen Jahr der größte Kassenhit in den USA. Dreimal wurde Lawrence schon für einen Oscar nominiert – ein Rekord für ihr Alter. 2013 holte sie den Goldjungen für ihre Hauptrolle in „Silver Linings“.

Die Zahlen sprechen gegen Frauen

Auf der Leinwand sieht es für Frauen nicht gut aus, männliche Protagonisten geben den Ton an. Nur zwölf der 100 erfolgreichsten Hollywood-Filme im vorigen Jahr wurden aus der Sicht einer weiblichen Filmfigur erzählt, wie die jüngst veröffentlichte Studie der Universität von San Diego über Frauenpräsenz im Film zeigt. Auch bei den Oscars sind Frauen wieder Mangelware. Bei den Regisseuren – auch in den Sparten Animation und ausländischer Film – tritt am Sonntag eine reine Männerriege an.

Reese Witherspoon als Cheryl Strayed in einer Szene des Kinofilms „Der große Trip – Wild“. dpa

Reese Witherspoon

Reese Witherspoon als Cheryl Strayed in einer Szene des Kinofilms „Der große Trip – Wild“.

Alle zehn nominierten Drehbuchautoren sind Männer, ebenso alle Komponisten und Kameraleute. Nur eine Frau mischt unter den Dokumentarfilmern mit. Die Amerikanerin Laura Poitras geht in „Citizenfour“ dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden nach.

Kaufen, Klauen, Essen: Fakten über den Oscar (1)

Oscar...

Die 35 Zentimeter große, vier Kilogramm schwere und mit Gold überzogene Figur – sie gleicht einem Ritter, der auf einer Filmspule steht und sich auf ein Schwert stützt – ist eben die begehrteste Filmtrophäe der Welt. Sie soll nicht käuflich sein, man muss sie sich verdienen, meinen die Organisatoren.

...ist käuflich

Normalerweise gewinnt man einen Oscar, doch er ist auch käuflich. Schon ab knapp zehn Dollar und bis weit über eine Million. Hollywoods höchste Auszeichnung ist ein begehrtes Objekt.

Michael Jackson...

Der 2009 verstorbene Popstar war tatsächlich Besitzer einer Oscar-Trophäe, allerdings auf Umwegen und für sehr viel Geld. 1999 hatte der Sänger für über 1,5 Millionen Dollar den begehrten Goldjungen aus dem Jahr 1939 für das prämierte Südstaaten-Drama „Vom Winde verweht“ ersteigert.

...bezahlte Rekordpreis

1,5 Millionen Dollar ist mit Abstand der höchste Preis, der jemals öffentlich für eine Oscar-Statue geboten wurde. Extrem, ja, aber nicht weiter verwunderlich, meint der Auktions-Experte Darren Julien von Julien's Auctions in Beverly Hills. „Für Sammler ist der Oscar die ultimative Hollywood- Trophäe, das ist der „Monet“ unter den Preisen“. Vor allem aus Asien und Russland bekomme er viele Anfragen nach käuflichen Oscars, erzählt Julien.

Es gibt nicht viele...

Seit der ersten Oscar-Verleihung im Jahr 1929 sind nach Angaben der Film-Akademie nur knapp 3000 Statuen ausgehändigt worden.

...und ein Rückkaufsrecht

Seit 1950 sichert sich der Verband von allen Oscar-Gewinnern vertraglich das Recht zu, die Statuen für einen symbolischen Preis von einem Dollar zu erwerben, falls die Gewinner ihre Trophäe in bare Münze umsetzen wollen. Dieser Knebelvertrag gilt auch für die Erben.

Oscar-Auktionen rund um...

Damit wird jede Oscar-Auktion zur Besonderheit. 2012 kamen gleich 15 Goldjungen für insgesamt mehr als drei Millionen Dollar unter den Hammer – alle aus Jahren vor 1950. Der mit Abstand teuerste Oscar war der von Herman J. Mankiewicz für das Drehbuch von „Citizen Kane“, der für umgerechnet 440.000 Euro wegging.

...Bette Davis und

2001 ersteigerte Oscar-Preisträger Steven Spielberg den 1938 für „Jezebel“ gewonnenen Oscar von Hollywood-Ikone Bette Davis. Er zahlte 578 000 Dollar und schenkte die Statue umgehend der Academy. Damit „rettete“ Spielberg bereits zum zweiten Mal einen Oscar vor einer weiteren kommerziellen Ausnutzung.

...Clark Gable

1996 hatte der Regisseur die Oscar-Trophäe von Clark Gable für den Film „Es geschah in einer Nacht“ für über 600.000 Dollar ersteigert und der Filmakademie vermacht.

Reese Witherspoon rebelliert

Mit ihrer taffen Rolle in dem Wildnisabenteuer „Der große Trip – Wild“ könnte Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon („Walk the Line“) zum zweiten Mal Gold holen. Die 38-Jährige legte sich zudem als Produzentin ins Zeug. Sie beschaffte sich die Filmrechte für die Story einer Amerikanerin, die monatelang alleine durch die Wildnis wanderte.

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