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28.03.2014

16:12 Uhr

Pad Paris

Gar nicht schlecht auch für Gemäldehändler

VonOlga Grimm-Weissert

Paris hat in diesen Tagen Messen für jeden Bedarf. Es gibt die beiden Spezialmessen für alte und neue Zeichnungen, die Art Paris, auf der die Kunst der Moderne und Zeitgenossen gehandelt wird, und die kleine Kunst- und Designmesse Pad Paris. Hier wird von allem etwas geboten, was vor allem Dinge für Einrichter interessant ist.

Blick in den Stand der Galerie Jacques Lacoste auf der Pad Paris 2014. Galerie Jacques Lacoste, Julio Piatti

Blick in den Stand der Galerie Jacques Lacoste auf der Pad Paris 2014.

ParisDie vom ehemaligen Antiquitätenhändler Patrick Perrin organisierte Messe für Kunst und Design, „Pad Paris“, hieß früher „Pavillon des arts et du design“. Mit nur 65 Ausstellern läuft sie bis zum 30. März in einem Zelt im Park der Tuilerien, wo die Galeristen in einer lockeren Mischung Design, Antiquitäten, Kunst, Stammeskunst, Archäologie und Schmuck anbieten. Bevor Perrin den viel zu komplizierten französischen Namen der Messe änderte, hatte er das spartenübergreifende Messekonzept bereits nach London (Pad London) und New York (Pad New York) exportiert.

Auf der Pad Paris dominiert das Design mit 38 Teilnehmern. Die Kunsthändler schrumpften dagegen auf 13 Aussteller. Das hat nach Ansicht des auf Art Déco-Mobiliar spezialisierten Alain Marcelpoil (Lyon) nichts mit der zeitgleich organisierten Kunstmesse „Art Paris Art Fair“ zu tun: „Die Messe Pad ist gar nicht schlecht für die Gemäldehändler, weil die internationalen Einrichter, die wegen des Möbelangebots zur Pad kommen, auch Kunst kaufen“, erklärt Marcelpoil. Sie seien wichtig für den Markt, weil sie eine internationale Klientel hätten, also nicht nur auf französische Kunden angewiesen seien.

Ein Schachspiel von Alberto Giacometti, zu finden auf dem Pad Paris-Stand von Jacques Lacoste. Nachlass Giacometti (Stiftung A. u. Annette Giacometti + ADAGP),

Ein Schachspiel von Alberto Giacometti, zu finden auf dem Pad Paris-Stand von Jacques Lacoste.

Regionale Kundschaft

Das heißt im Subtext, dass die in erster Linie von Franzosen frequentierte Pad Paris finanziell vom Publikum der parallel laufenden Pariser Messen profitiert, was vor allem wichtig ist, solange sie ihr generelles Niveau nicht anhebt.

Gleich am Eingang treffen die Besucher auf den Stand des Pariser Design-Galeristen Jacques Lacoste. Sein Blickfänger ist ein Wandrelief aus weißem Stein von Alberto Giacometti von 1939. Es stammt aus einer Villa in Argentinien, die der Designer Jean-Michel Frank einrichtete. Lacoste setzt dieses große Werk mit 2,5 Millionen Euro an und wartet auch mit einem Schachspiel aus rot-schwarz lackierter Keramik auf, das 80.000 Euro kostet.

Moralische Bedenken

Bei Edouard Demachy (Paris) entdeckt man einen Schreibtisch des erfinderischen Designers Jean Prouvé für 35.000 Euro. In der Galerie Torri, Paris, gibt es Mobiliar von Victoria Willmotte zu Preisen zwischen 2.500 und 18.000 Euri. Die 28-Jährige Tochter des Star-Innenarchitekten Jean-Michel Wilmotte ist Preisträgerin des vom Mäzen Moët-Hennessy gestifteten Pad Preises 2014. Der Mäzen schenkt dem Musée des Arts Décoratifs ein Werk der Preisträgerin.

Die auf Stammeskunst spezialisierte Galerie Flak konnte eine ihrer drei Katchina-Masken der Hopi Indianer bereits zu einem Preis zwischen 15.000 und 25.000 Euro verkaufen. Julien Flak versichert, dass der Handel mit den Masken, den Hopi-Leader anfochten, moralisch vertretbar sei, wenn man „mit dem entsprechenden Respekt“ agiere.

„Pad Paris“, bis 30. März, Paris, Tuilerien, täglich von 11 bis 20 Uhr

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