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22.11.2013

09:09 Uhr

Paris Photo

Die "erschossene" Kamera

VonChristiane Fricke

Nirgendwo weltweit treffen so viele ambitionierte Fotohändler auf ein so großes Publikum wie auf der Paris Photo. Das gut Verkäufliche dominierte auf der Messe. Dazwischen konnten die Liebhaber einer stilleren Fotokunst ihre Entdeckungen machen.

Robert Capa-Schau auf dem Stand von Daniel Blau. Karsten Fricke

Robert Capa-Schau auf dem Stand von Daniel Blau.

Paris1996 ging die „Paris Photo“ als kleine Spezialmesse an den Start. Heute ist sie eine Großveranstaltung mit Anklängen einer Volksbelustigung. Sie wird zwar nach wie vor von Sammlern, Fachleuten und Museumskuratoren aus der ganzen Welt frequentiert, weil nirgendwo so viele relevante Händler an einem Ort zu finden sind; aber zugleich auch regelrecht „geflutet“ vom Publikum. In diesem Jahr wurden etwas über 55.000 Besuchern aus mehr als 40 Ländern gezählt.

Die Bedeutung der Paris Photo spiegelt sich insbesondere in der gegenüber 2012 noch einmal größer gewordenen Zahl der Abgesandten von Sammlungen und Museen. Besonders stark vertreten waren in diesem Jahr die amerikanischen Trustees und Kuratoren, die Paris natürlich nicht nur aus Vergnügen, sondern mit handfesten Kaufabsichten besuchen. Der in diesem Jahr erstmals veranstaltete Messe-Ableger „Paris Photo Los Angeles“ kann sie nicht davon abhalten.

Wie kleine Galerien profitieren

Unverschämt hohe Standgebühren dürfen selbst kleine, aber oft ambitionierte Galerien nicht an einer Teilnahme hindern. „Sie profitieren vom internationalen Publikum und den Kuratoren“, sagt Thomas Zander (Köln), der auch im Zulassungskomitee sitzt. 65.000 Euro hat er für seinen 80 Quadratmeter großen Stand berappen müssen. Eine Investition, die schon am ersten Tag wieder hereinkam. Unter anderem gab der Kölner Galerist die komplette Serie „Sites of Technology“ von Lewis Baltz an ein italienisches Museum (160.000 Euro) und mehrere Vintage-Abzüge von Candida Höfer aus ihrer frühen schwarzweißenTürken-Serie für je 20.000 Euro.

Auch für Priska Pasquer (Köln) und Klaus Kleinschmidt (Wiesbaden) hat sich die Paris Photo gelohnt. Kleinschmidt konnte Jan Wenzels frühe vierteilige Automatenbild-Serie „Pergamon kehrt durch die Küche zurück“ (1997) für 100.000 Euro weitergeben. Das Centre Pompidou interessierte sich für Wenzels Schwarzweiß-Serie „Jakobson I-IV“ (2012). Bernheimer hatte vor allem Erfolg mit den intensiven, knochenscharfen Eingeborenen-Porträts von Jan C. Schlegel – zu gestaffelten Preisen zwischen 2.500 und 8.000 Euro.

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