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16.12.2014

11:06 Uhr

Paris Photo

Direktor der Fotomesse wirft das Handtuch

VonOlga Grimm-Weissert

Unter der Leitung von Julien Frydman ist die Paris Photo von ihrem Anspruch einer Spezialmesse abgerückt. Historische und klassische Fotografie befinden sich seither auf dem Rückzug. Nun hat der Messeleiter seinen Rücktritt angekündigt.

Julien Frydman, Direktor der Fotomesse Paris Photo, tritt zurück. Quelle: Paris Photo

Julien Frydman, Direktor der Fotomesse Paris Photo, tritt zurück. Quelle: Paris Photo

ParisJulien Frydman, Direktor der Paris Photo, tritt zurück. Seit vier Jahren leitete er die weltweit größte Fotomesse und ihre vor zwei Jahren gegründete Tochter Paris Photo Los Angeles. Zuvor lenkte er die Geschicke der Fotoagentur Magnum.

Unter Frydmans Leitung entwickelte sich die Paris Photo zu einer großen Messe mit mehr zeitgenössischer Fotografie und internationalen Großgalerien. Die Folgen waren bei der jüngsten Ausgabe Mitte November stark zu spüren. Nur die Hälfte der 143 Aussteller waren auf Fotografie spezialisiert, bei dem Rest handelte es sich um Galeristen für zeitgenössische Kunst. Diese Neuorientierung brachte zwar fast 60.000 Besucher, aber auch viel Kritik. Moniert wurde, dass die historische Fotografie immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

Der Betreiber der Paris Photo und Paris Photo Los Angeles, Reed Expositions, steht hinter den hohen Standmieten im Grand Palais und den Eintrittspreisen. Was die kalifornische Zweitmesse betrifft, bleiben viele Galeristen skeptisch bezüglich der Wahl von Los Angeles, das sie finanziell, fotohistorisch und vom Sammlerpublikum her nicht optimal gewählt finden.

Sponsoren für kulturelles Messeangebot

Die Messegesellschaft sucht nun für die beiden Fotomessen einen neuen künstlerischen Direktor. Beobachter fragen sich, ob Verwaltung und künstlerische Leitung der Messen vielleicht voneinander getrennt werden sollen. Das würde bisherige Freiheiten des Direktors radikal beschneiden.

Der sonst so charmant lächelnde Frydman reagierte Anfang November leicht gereizt auf die Frage, warum eine kommerzielle Veranstaltung wie die Paris Photo Sponsoren wie die Bank J.P. Morgan bräuchte. „Reed ist ein Privatunternehmen, das versucht, Profit zu machen“, erklärte er. Die Kosten für messebegleitende kulturelle Angebote wie Fotoausstellungen von Privatsammlern und Firmen oder Podiumsdiskussionen könnten nicht auf die Standmieten aufgeschlagen werden. „Dazu benötigen wir Sponsoren“, lautete die Antwort.

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