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22.07.2011

15:07 Uhr

Paul Schrader wird 65

Der Mann, der de Niro auf die Bretter schickte

Wer weiß, ob Robert de Niro jemals zu seinem Ruhm gelangt wäre, hätte es Paul Schrader nicht gegeben. Jetzt feierte der bekannte Drehbuchschreiber („Taxi Driver“) und Regisseur („Der Gejagte“) seinen 65. Geburtstag.

Der US-Regisseur und Drehbuchschreiber Paul Schrader. Quelle: dpa

Der US-Regisseur und Drehbuchschreiber Paul Schrader.

Los AngelesDer Name Paul Schrader mag vielen Kinogängern nicht geläufig sein, aber jeder Cineast kennt seine Werke. „Taxi Driver“, „Wie ein wilder Stier“ und „Ein Mann für gewisse Stunden“ zählen zu den Highlights der amerikanischen Filmgeschichte. Martin Scorsese machte sich das Talent des Drehbuchschreibers für düstere Stoffe gleich viermal zunutze. Neben „Taxi Driver“ und „Wie ein wilder Stier“ dachte sich Schrader auch die Jesus-Verfilmung „Die letzte Versuchung Christi“ und das New Yorker Straßendrama „Bringing Out the Dead“ aus.

Schrader, der am Freitag (22. Juli) 65 Jahre alt wird, hat sich immer als Provokateur gesehen. Sinnleere, Einsamkeit, Gefangenschaft, Gewalt und Sex sind seine Lieblingsthemen. Seine Protagonisten sind meist getriebene, zwiespältige Persönlichkeiten. Er selbst erklärte seinen Hang für Düsteres mit seiner streng puritanischen Erziehung.

Schrader, geboren in Grand Rapids (US-Bundesstaat Michigan), Sohn holländischer Calvinisten, durfte erst mit 18 Jahren seinen ersten Kinofilm sehen. Eigentlich sollte er Missionar werden, doch die Liebe zur Leinwand war stärker. Er studierte Film an der New Yorker Columbia University und in Kalifornien, als Filmkritiker verdiente er sein erstes Geld. Schrader wollte bald zu denen gehören, über die er schrieb. Sein erstes Drehbuch verkaufte er 1974 an Sydney Pollack, der daraus mit Robert Mitchum den Gangsterfilm „Yakuza“ inszenierte. Ein Jahr später lieferte er die Vorlage für Brian De Palmas Entführungsthriller „Schwarzer Engel“.

1976 gelang ihm dann mit „Taxi Driver“ der Durchbruch. Die Geschichte eines enttäuschten Vietnam-Kämpfers und Taxifahrers in New York, der mit der Gewalt und dem Dreck der Stadt nicht mehr fertig wird, brachte Schrader in wenigen Wochen zu Papier. Das sei für ihn damals eine „persönliche Therapie“ gewesen, zitiert die Filmdatenbank „Imdb.com“ den Autor. Er sei an einem Tiefpunkt gewesen, von seiner Freundin verlassen und finanziell am Boden. Mit Robert de Niro in der Hauptrolle inszenierte Scorsese einen Film über Gewalt und Großstadtschmuddel. Der Streifen wurde in Cannes mit der Goldenen Palme gekürt.

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