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15.11.2011

11:23 Uhr

Pavilion of Art & Design

New York glänzt mit neuer Messe

Elegant und gut organisiert präsentiert sich der Pavilion of Art & Design (PAD). Die neue Kunst- und Antiquitätenmesse liegt nur einen Block von der Madison Avenue entfernt. So kann das Publikum den Einkaufsbummel mit dem Kunstkauf verbinden.

Rolf Sachs: "Light Chemistry", Aimer Products Limited, Glasbläser David Leveridge. (Ausschnitt) Rolf Sachs - Privatkollektion

Rolf Sachs: "Light Chemistry", Aimer Products Limited, Glasbläser David Leveridge. (Ausschnitt)

New YorkSeit Beginn der Krise gibt es in New York nur noch wenige erstklassige Messen. Da war die Premiere der eleganten und sehr gut organisierten Pavilion of Art & Design (PAD) vom 10. bis 14. November in der Park Avenue Armory ein begeistert aufgenommener Lichtblick. „Schon seit neun Jahren wollen wir nach New York kommen. Aber wechselnde Hindernisse machten das bisher unmöglich“, sagt der Pariser Antiquitätenhändler und Messeveranstalter Patrick Perrin gegenüber dem Handelsblatt. Gemeinsam mit Stéphane Coustot organisiert er seit 1998 PAD Paris und seit vier Jahren PAD London. Als aber der New Yorker Messeveranstalter Sanford Smith seine schwächelnde Design-Show „Modernism“ aufsteckte und damit der Novembertermin in der Armory frei wurde, sprang Perrin sofort in die Lücke.

55 Galerien folgten seiner Einladung, darunter sehr viele aus Frankreich und England. Nicht wenige präsentierten sich zum ersten Mal in New York. „Besucher sind erstaunt und begeistert über das neue Messekonzept“, beobachtete Pierre Dumonteil (Paris, Shanghai). John Mayor von der Londoner Mayor Gallery, auf Surrealismus und die derzeit international heißbegehrte Düsseldorfer Künstlergruppe Zero spezialisiert, gewann dem Standort noch einen positiven Aspekt ab: „Das Konzept ist extrem interessant. Wir sind nur einen Block von Madison Avenue entfernt, da können Sammler mal eben ihren Einkaufsbummel unterbrechen und für anderthalb Stunden hierher kommen“.

Käufe bis zu 1 Million Dollar

Mayor hatte am Tag vor Messeschluss zwölf Arbeiten verkauft und ein großes Nagelbild von Günther Uecker zu 825.000 Dollar reserviert. „Es gibt keine vergleichbare Messe in New York“, fand auch Mathias Rastorfer von Gmurzynska (Zürich u.a.). Sein von Karl Lagerfeld mit großen Spiegeln und Metallfußboden ausgestatteter Stand setzte die wichtigen und sehr ungewöhnlichen Skulpturen „Schwert“ (1930/35) und „Der müde Tänzer“ (1943) von Kurt Schwitters ins rechte Licht.

Insgesamt waren 20 selten auf hiesigen Messen gesehene Händler moderner und zeitgenössischer Gemälde dabei, darunter Hammer Galleries, L&M Arts (beide New York) oder Jacques de la Béraudière (Genf). Robilant + Voena aus London setzten auf die stark gefragte italienische Avantgarde der 50er- und 60er-Jahre und verkauften fünf Bilder, darunter Lucio Fontana und Alberto Burri. Robert Landau (Montreal) gab mindestens drei Bilder weiter und auch für die Münchner Galerie Thomas ist es anständig gelaufen. „Käufer geben derzeit locker bis zu einer Million Dollar aus“, sagte dort Jörg Paal. Darüber wird es schon schwieriger.

Der Preis für den besten Stand ging an Design Carpenters Workshop Gallery (London). Dort faszinierte nicht nur Vincent Dubourgs spektakuläres explodiertes Sideboard „Double Buffet Nouvelle Zélande“ (2010, 8er Aufl. + 4 EA), das zu 85 000 Dollar vom New Yorker Museum of Art and Design angekauft wurde. Obwohl Patrick Perrin sich vertraglich auf sechs Jahre festlegte, ist das weitere Schicksal der Messe vielleicht noch nicht entschieden. Am Wochenende meldete Sanford Smith überraschend Ansprüche auf den Veranstaltungstermin an.

Von

Barbara Kutscher

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