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05.04.2011

10:17 Uhr

Pennsylvania German

Deutsche Mundart mitten in den USA

In den USA hält sich auch 300 Jahre nach den ersten deutschen Einwanderern ein Stück Mundart: Pennsylvania German. Der süddeutsch klingende Akzent ist nach langer Vergessenheit wieder im Aufwind - sogar als Studienfach.

Besonders konservative religiöse Gemeinschaften wie die Amish nutzen noch heute Pennsylvania German. Quelle: ap

Besonders konservative religiöse Gemeinschaften wie die Amish nutzen noch heute Pennsylvania German.

WashingtonBuchstäblich in aller Munde ist in den USA natürlich Englisch, auch Spanisch hört man häufig. Aber Deutsch? Für einige Amerikaner ist ein alter deutscher Dialekt tatsächlich immer noch immer Alltags- und Muttersprache - das Pennsylvania German. Seine Sprecher leben zurückgezogen in US-Staaten wie Ohio, Indiana oder eben Pennsylvania und halten auch drei Jahrhunderte nach den ersten deutschen Siedlern die Mundart ihrer Vorfahren am Leben.

Sprachlich ist Pennsylvania Deutsch verwandt mit Dialekten wie Pfälzisch, Elsässisch und Schwäbisch - auch Schweizerdeutsch und englische Lehnwörter haben Einfluss. „Hoch“-Deutsche können daher kaum tiefgründige Gespräche mit den „Pennsylvania“-Deutschen führen - am ehesten gelingt das noch Menschen aus dem Südwesten der Republik.

Aus dem öffentlichen Leben ist die alte Sprache mittlerweile weitgehend verschwunden. Konservative Religionsgruppen wie Amish und Mennoniten benutzen sie nach wie vor. Die Nachfahren von Einwanderern aus Südwestdeutschland, dem Elsass oder der deutschsprachigen Schweiz pflegen die alten Traditionen und bewahrten ihre Muttersprache damit vor dem Aussterben.

Mittlerweile steht der Dialekt sogar wieder höher im Kurs - bei Mundartdichtern, Heimatverbänden und auch bei Forschern. „Es stimmt, es gibt ein neues Interesse an „Pennsylvania German““, bestätigt Edward Quinter von der Kutztown University in Pennsylvania. Dort, wo sich einst die ersten deutschen Siedler niederließen, kann man die Sprache sogar als Nebenfach studieren.

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