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26.03.2012

14:08 Uhr

Per Kirkeby

Der Geologe mit dem Pinsel

Per Kirkebys abstrakte Gemälde gaukeln dem Betrachter Felsenformationen und Landschaften vor. Kein Wunder, der Künstler ist ausgebildeter Geologe. Der Däne kann aber nicht nur gut malen. Das Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt ihn auch als Schöpfer von Skulpturen, Künstlerbüchern, Comics und Polit-Collagen.

Per Kirkeby im Atelier. Foto: Mari Anne Duus. (Ausschnitt) Museum Küppersmühle/Duus

Per Kirkeby im Atelier. Foto: Mari Anne Duus. (Ausschnitt)

DuisburgDer dänische Künstler Per Kirkeby liegt offenbar im Trend. Nach der großen Schau im Museum Kunst Palast in Düsseldorf 2009 und der noch laufenden Ausstellung im Museum der Schönen Künste (Bozar) in Brüssel widmet ihm nun auch Duisburgs Museum Küppersmühle (MKM)  eine Übersichtsschau. Es sei ihm ein persönliches Bedürfnis gewesen, diesen Künstler, den er schon seit dessen Documenta-Zeiten in Deutschland kenne, im MKM zu präsentieren, erklärte Museumsleiter Walter Smerling bei der Eröffnung. Und auch Kurator Siegfried Gohr, der ein langjähriges Faible für den allseits geschätzten Künstler hegt, hebt die Bedeutung für Duisburg hervor. So sei die Ausstellung in Brüssel, die er ebenfalls organisiert hat, eine klassische Retrospektive, fünf mal so groß wie die am Rhein, aber weniger vielgestaltig. „Im MKM zeigen wir Werkgruppen, die selten oder nie zuvor zu sehen waren“, ergänzt Gohr.

Mit dem Blick des Naturwissenschaftlers

Gemeint sind Arbeiten aus der Frühzeit jenseits seiner bekannten großformatigen Ölgemälde und solche aus der Gegenwart. Gleich im Eingangsbereich sind Schwarzweiß-Fotografien zu sehen, die der studierte Geologe von seiner Grönland-Expedition 1963 mitgebracht hat. Auch die sogenannten Feldbücher und geologischen Landkarten zeugen von seinem naturwissenschaftlichen Blick. Von Hand gestaltete Künstlerbücher und -plakate, Comicentwürfe, Briefumschläge und Polit-Collagen in Popart-Manier ergänzen das hier gezeigte Frühwerk der 1960er- und 70er-Jahre.

1973 schafft Kirkeby „Huset“ (Das Haus), seine erste Backsteinskulptur im Außenraum. In den 80er-Jahren entstehen neben großformatigen Ölgemälden weitere gemauerte Ziegelmonumente. Sie lösten die Grenzen zwischen Skulptur und Architektur auf und unterscheiden sich deutlich von den übrigen Ausdrucksformen. Seit 1995 betätigt sich der ehemalige Professor an der Kunstakademie Karlsruhe und am Frankfurter Städel auch real als Architekt. So stammen einige der Backsteinbauten auf der Museumsinsel Hombroich seiner Entwurfsfeder. In der Ausstellung ist ein Raum mit Zeichnungen und Modellen speziell diesem Aspekt seines Schaffens gewidmet, wenngleich Beispiele von Backsteinskulpturen fehlen.

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