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04.12.2013

19:17 Uhr

Philipp Kaiser

Museum Ludwig verliert seinen Direktor

VonChristiane Fricke

Traurige Überraschung in Köln: Philipp Kaiser gibt aus familiären Gründen seinen Direktorenposten am Museum Ludwig auf. Geplante Ausstellungen müssen jedoch nicht abgesagt werden.

Der scheidende Direktor des Museums Ludwig, Philipp Kaiser. dpa

Der scheidende Direktor des Museums Ludwig, Philipp Kaiser.

KölnPhilipp Kaiser, der als Nachfolger von Kasper König seit gerade mal einem Jahr die Geschicke des Museum Ludwig in Köln lenkt, legt überraschend sein Amt nieder. Als Gründe nannte der 41-jährige Schweizer seine private familiäre Situation. Er bedauere diesen Schritt außerordentlich, weil er erst so kurz in Köln tätig sei und die Öffentlichkeit „unsere Museumsarbeit, besonders die derzeitige Eröffnungsausstellung ‚Not Yet Titled’“ als großen Erfolg werte.

„Die Entscheidung, das Haus zu verlassen, ist mir keinesfalls leicht gefallen“, erklärte Kaiser. Das Museum Ludwig mit seiner einzigartigen Sammlung, seinem exzellenten internationalen Ruf und seinen engagierten Mitarbeitern bedeute ihm viel. Deshalb will er dem Haus in der Übergangsphase ab Ende Februar auch beratend zur Seite stehen. „Ich werde alles daran setzen, dass das Museum Ludwig auch weiterhin eine erfolgreiche Zukunft hat“, ergänzte Kaiser.

Mutige Haltung zur Kunst

Alle geplanten Ausstellungen sollen stattfinden: im April die Retrospektive des französischen Künstlers Pierre Huyghe, die Pop Art-Schau der Sammlung Ludwig im Herbst und die erste Retrospektive nach dem Tod Sigmar Polkes im Frühjahr 2015, eine Kooperation mit dem Museum of Modern Art, New York, und der Tate Modern in London.

Als Philipp Kaiser am 1. November 2012 als Direktor im Kölner Museum Ludwig antrat, hatte er bereits eine beachtliche Karriere mit Stationen in Basel und Los Angeles hinter sich. Zwei Dinge machten damals auf die Kölner Eindruck: seine Fähigkeit, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten signifikante Ankäufe zu tätigen und Ausstellungen zu entwickeln, die ihren Ausgangspunkt aus dem eigenen Sammlungsbestand nehmen. Überzeugend auch seine Haltung zur Kunst. Er glaube nicht ans Meisterwerk, ließ der damals 39-Jährige Schweizer durchblicken. Er fühle sich vielmehr von Kunst angezogen, die er nicht von Anfang an verstehe.

Respekt zollt dem scheidenden Direktor die Stadt Köln. „Er hat hier wirklich erfolgreich gearbeitet“, unterstrich Susanne Laugwitz-Aulbach, Beigeordnete für Kunst und Kultur. Nun wird sie die Suche nach einem Nachfolger aufnehmen.

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