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24.02.2013

13:19 Uhr

Phillips

Nur zwei Millionenzuschläge

VonMatthias Thibaut

Phillips fährt mit seinen Februarauktionen das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen ein. Trotzdem will der Versteigerer nach dem Abgang von Simon de Pury nun sparen. Daran ändern auch zehn Kilo Gold nichts.

Dieses Werk erzielte einen Kaufpreis von rund 820.000 Euro. Image courtesy of Phillips

Dieses Werk erzielte einen Kaufpreis von rund 820.000 Euro.

LondonPhillips de Pury heißt jetzt wieder Phillips - nachdem sein Gründer und späterer Minderheitsteilhaber Simon der Pury das Auktionshaus im Dezember wie berichtet überraschend verlassen hat. Phillips beendete die ehrgeizigen Londoner Auktionswochen im Februar ohne große Rückgänge. Hier wurde für insgesamt 14 Millionen Pfund zeitgenössische Kunst verkauft. Davon entfielen knapp zehn Millionen auf die Abendauktion. Es war aber ein Ergebnis, das die Vorausschätzung dieser Auktion von 10,4 bis 15 Millionen nicht erfüllte - im Gegensatz zu den Erzkonkurrenten Sotheby's und Christie's, die ihre Erwartungen erfüllten oder gar übertrafen. Nur sieben Lose von 36 fanden bei Phillips keinen Bieter oder entsprechend 20 Prozent nach Wert.

Das Ergebnis lag jedoch doppelt so hoch wie die magere Ausbeute von 2012. Insgesamt wurden damit bei den Londoner Februarauktionen 507 Millionen Pfund umgesetzt, das zweitbeste Ergebnis, das je erzielt wurde. Mark Quinns Selbstporträt "Frozen Head", nicht die Blutvariante, sondern eine "Unikatedition" aus zehn Kilogramm 24-Karat-Gold, brachte 713 250 Pfund. Der Materialwert dieses Kunstwerks liegt indes bei über 500.000 Pfund.

Starauktionator Simon de Pury wurde durch den kompetenten Teilzeitauktionator und einstigen Phillips-Marketingstrategen Alexander Gilkes ersetzt. Der Gründer der Auktionswebsite Paddle 8 trieb die kurze Auktion mit Schwung und klarer englischer Upperclass-Artikulation voran.

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Dass das Toplos erst im zweiten Anlauf verkauft wurde, war nicht seine Schuld. Die Zeichnung "Ohne Titel" von Jean-Michel Basquiat war bei einer Schätzung von 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund im ersten Anlauf offenbar wegen einer nicht zustande gekommenen Telefonverbindung gescheitert. Das Werk folgt dem von Basquiat oft bearbeiteten Motiv des Black-Power-Grußes der amerikanischen Olympioniken 1968; es ist aber auch als Selbstporträt in der Gestalt der Freiheitsstatue lesbar. Als die Zeichnung dann mitten in der Auktion erneut angeboten wurde, bewilligte ein einsamer Telefonbieter den Reservepreis von 1,9 Millionen Pfund brutto.

Es gab nur noch einen weiteren Zuschlag über der Millionen-Pfund-Grenze: für Christopher Wools "Untitled P271", ein 274 Zentimeter hohes Riesenformat mit expressionistisch abstrakten Dekorationssymbolen in schwarzen Lackfarben auf Aluminium. Hier setzte sich der sammelnde Händler Jose Mugrabi mit einem Gebot von 1,6 Millionen Pfund durch. Er war die ganze Woche, aber vor allem in der Phillips-Auktion aktiv.

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