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14.07.2014

13:46 Uhr

PhotoEspagña 2014

Spanien entdeckt seine großen Lichtbildner

VonChristiane Fricke

Der spanische Markt für Fotografie ist klein. Bürgerkrieg und Franco-Diktatur haben tiefe Spuren hinterlassen. Für viele Fotografen bedeuteten sie das Aus. Was von ihrem Werk übrig geblieben ist, zeigt der fulminante Ausstellungsreigen im Rahmen des Fotofestivals PhotoEspaña.

Eine Ikone der Fotografie in Spanien: Ramón Masats Fußball spielende Mönche: "Madrid", 1960. Sein Werk vertritt die Galerie Blanca Berlin, Madrid. (Ausschnitt) Ramón Masats

Eine Ikone der Fotografie in Spanien: Ramón Masats Fußball spielende Mönche: "Madrid", 1960. Sein Werk vertritt die Galerie Blanca Berlin, Madrid. (Ausschnitt)

MadridVon diesem waagerecht durch die Luft hechtenden spanischen Mönch kann Manuel Neuer, Torwart der deutschen Elf, vielleicht doch noch etwas lernen. Die knöchellange Soutane flattert zwischen seinen Beinen, während sich die Fingerspitzen seiner Rechten verzweifelt nach dem Ball recken. Als der Fotograf Ramón Masats auf den Auslöser drückt, ist der graue Schatten des Spielers das einzige, was den hellweißen Sandboden berührt.

In Spanien besitzt das Schwarzweißbild aus dem Jahre 1960 den Status einer Ikone und sein Schöpfer zählt zu den Schlüsselfiguren der Fotografie. Modernisiert und professionalisiert hat der heute 84-Jährige die spanische Fotografie, die in diesem Jahr Schwerpunktthema des angesehenen, inzwischen 17 Jahre alten Festivals „PhotoEspaña“ ist. Das macht es möglich, seine innovative Leistung und die seiner Generation, deren aktive Zeiten eigentlich gar nicht so lange zurückliegen, in den größeren Zusammenhang einzuordnen.

Kraftakt mit Niveau 

Das Festival, das im letzten Jahr über 700.000 und damit sieben Mal mehr Besucher als das viel ältere Fotofestival von Arles zählte, gehört zu den ehrgeizigsten und erfolgreichsten seiner Art weltweit. Krisenbedingt knapp 2 Millionen Euro standen in diesem Jahr als Budget zur Verfügung, 35 Prozent weniger als vor zwei Jahren. Trotzdem zählt allein das offizielle Festivalprogramm 26 Ausstellungen für Madrid, zuzüglich zwölf in anderen spanischen Städten, möglich gemacht durch private Unterstützung, die 80 Prozent der Kosten trägt. Nicht mitgerechnet sind die Ausstellungen von 41 Galerien („Festival Off“) und die von ausländischen Botschaften, Institutionen und Stiftungen organisierten Präsentationen.

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