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11.04.2012

15:31 Uhr

Pierre Bergé

Brüsseler Dependance soll geschlossen werden

Der französische Auktionator Pierre Bergé schließt seine Brüsseler Dependance. Begründet wird das Aus mit Divergenzen unter den Geschäftspartnern.

Pierre Bergé, Inhaber des Auktionshauses Pierre Bergé & Associés (Paris-Brüssel-Genf). dapd

Pierre Bergé, Inhaber des Auktionshauses Pierre Bergé & Associés (Paris-Brüssel-Genf).

ParisPierre Bergé, dem seit genau zehn Jahren das Auktionshaus Pierre Bergé & Associés (Paris-Brüssel-Genf) gehört, schließt Mitte dieses Jahres seine Brüsseler Niederlassung. Der einstige Lebensgefährte von Yves Saint Laurent und Bernard Buffet wird sich von einem seiner beiden Partner, dem Auktionator Frédéric Chambre, trennen.

2003 eröffneten die Partner eine Niederlassung in Genf, wo sie hauptsächlich Schmuck und Juwelen versteigerten. Das große Haus am Place du Sablon in Brüssel, das hauptsächlich Frédéric Chambre betrieb, kam im April 2006 dazu. Das Gros der Versteigerungen fand in den letzten Jahren in Brüssel statt. In Paris blieben die Archäologie, die seit der Yves Saint Laurent-Pierre Bergé Auktion im Jahre 2009 boomte, und die antiquarischen Bücher.

Auffällig aufwändige Kataloge

Über mangelnden Umsatz konnte sich die Brüsseler Dependance nicht beklagen. 2011 wurden hier 25,7 Millionen Euro umgesetzt. In Paris waren es nur 12,6 Millionen Euro. Im Jahr davor lag Paris mit 25 Millionen Euro vor Brüssel mit 21 Millionen Euro. Insbesondere auf dem Gebiet des Design von 1945 bis heute profilierte sich die Brüsseler Filiale mit ihren umfangreichen, gut dokumentierten, überdimensionierten Katalogen. Doch deren Resultate rechtfertigten nicht immer den Aufwand.

Klar und deutlich wie Pierre Bergé sich üblicherweise ausdrückt, erklärte er das Ende der Zusammenarbeit mit Frédéric Chambre. Er begründete dies mit „Divergenzen bezüglich der Entwicklungsstrategie des Unternehmens“. Auktionator Frédéric Chambre bestätigte telefonisch dem Handelsblatt gegenüber, dass Brüssel aufgrund einer „strategischen Uneinigkeit“ dicht gemacht werde. Pierre Bergé und der dritte Partner, Auktionator Antoine Godeau, hätten beschlossen, Brüssel zu schließen.

Konzentration auf Paris

Bergé und Godeau wollen sich nun auf Paris konzentrieren, wo die Firma im letzten Februar ein Stadtpalais in der Avenue Jena im 16. Arrondissement bezog. Es liegt ganz in der Nähe des Gebäudes der Stiftung Pierre Bergé-Yves Saint Laurent. Benoît Jardin, seit 25 Jahren ein enger Freund von Pierre Bergé und im Auktionsgeschäft tätig, übernimmt die Leitung der laufenden Geschäfte. Die Prestigeversteigerungen am 6. und 7. Juni (mit Juwelen, alten Büchern, Art-déco und Design) finden demnach nicht mehr in den angemieteten Sälen des Pariser Hôtel Drouot statt, sondern im 16. Arrondissement.

Von

Olga Grimm-Weissert

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