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11.04.2017

12:26 Uhr

Pop und Fußball

Bestseller-Autor Nick Hornby wird 60

Der Kultautor schrieb sich vom Männerfreund zum Frauenversteher. Am bekanntesten sind seine Bestseller „High Fidelity“, „About A Boy“ und „Fever Pitch: Ballfieber“. Nun wird der Schriftsteller Nick Hornby 60.

Schon immer mehr Fußballfan als Intellektueller – der Kultschriftsteller Nick Hornby. dpa

Nick Hornby

Schon immer mehr Fußballfan als Intellektueller – der Kultschriftsteller Nick Hornby.

LondonKahlköpfig, mit Knubbelnase und abstehenden Ohren, mehr Fußballfan als Intellektueller – das macht Nick Hornbys Charme aus. Und er ist langsam: Drei Stunden schreibt er maximal am Stück, mit Computerspielen und Recherchen dazwischen. „Ich kann nicht weitermachen, ehe ein Absatz steht,“ erklärte er der „Financial Times“.

Seit mehr als 25 Jahren sitzt der Schriftsteller tagsüber alleine in einem Ein-Zimmer-Apartment auf der gegenüberliegenden Straßenseite seines Wohnhauses und schreibt Bestseller über Besessene. Kein Wunder, sagte er dem „Guardian“, dass er jede Gelegenheit nutze, um mit anderen zusammenzuarbeiten und Drehbücher zu schreiben. „Zwar kostet es eine Menge Zeit, und man fragt sich: Was soll das? Aber dann wird der Film gemacht, und er fällt gut aus, und man denkt sich – Donnerwetter, das war der Punkt.“ Am Montag (17. April) feiert der erfolgreiche Pop-Autor seinen 60. Geburtstag.

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Vater Manager, Mutter Sekretärin, ein Anglistik-Studium in Cambridge, dann Arbeit als Englischlehrer und Gelegenheitsjournalist – lange Zeit schaut es nicht so aus, als wäre Hornby Erfolg vergönnt. Das ändert sich schlagartig, als 1992 „Fever Pitch: Ballfieber – Die Geschichte eines Fans“ herauskommt, die amüsante und ernüchternde Liebesgeschichte eines Arsenal-Fußballfans. Fünf Jahre später wird sie erst mit Colin Firth in Großbritannien, dann ein weiteres Mal in den USA verfilmt.

In „High Fidelity“ (Buch 1995, Film 2000) geht es natürlich wieder um einen besessenen Fan, diesmal um einen Schallplattensammler, gespielt von John Cusack. An Auszeichnungen und Ruhm gewöhnt sich Hornby nur langsam. In einem Interview von „The Atlantic“ gestand er: „High Fidelity hätte ich niemals aus der Sicht eines Künstlers geschrieben. Ich hatte nicht das Gefühl, das ich einer war. Ich war ein Fan und schrieb ein Buch über einen Fan.“

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Danach folgt „About A Boy“, das natürlich auch verfilmt wird, diesmal mit Frauenschwarm Hugh Grant als egoistischem Faulenzer, der Frauen in Selbsthilfegruppen für alleinerziehende Mütter aufgabelt, bis sich eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt.

Seither setzt Nick Hornby vermehrt Frauen in den Mittelpunkt, sei es in „A Long Way Down“, „Juliet, Naked“ oder „Funny Girl“: „Ich finde es schwer, über jemanden anderen als mich selbst zu schreiben, egal ob Mann oder Frau“, lachte Hornby im Gespräch mit dem „Guardian“. „Am einfachsten war „Fever Pitch“, weil es Memoiren waren.“

Netflix zeigt in Deutschland nun eine Verfilmung seines Teenager-Dramas „Slam“, das nach Rom verpflanzt wurde: Ein 16 Jahre alter Skateboarder hat Angst davor, Vater zu werden und findet einen überraschenden Ratgeber: ein lebensgroßes Poster seines Star-Skaters. Womit Hornby, selbst Vater dreier Söhne, sich wieder an ein Thema machte, das aus seinem eigenen Leben stammen könnte.

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Irgendwie handeln alle seine Bücher über ihn - das macht Distanz so schwierig. Das hat er auch bei der Zusammenarbeit mit seiner zweiten Frau Amanda Posey gelernt, einer preisgekrönten Filmproduzentin. „Die gemeinsame Verfilmung von „Fever Pitch“ war eine Ausnahme“, sagte sie dem Norwich Film Festival, weil Hornby nur ungern seine eigenen Bücher für die Leinwand adaptiere. „Wir bevorzugen beide, richtig zusammenzuarbeiten, mit ihm als Drehbuchautor an neuen Projekten.“

Zum Beispiel an der preisgekrönten Verfilmung von „An Education“ (dt. Eine Ausbildung) mit Carey Mulligan als Schulmädchen und Peter Sarsgaard als ihrem wesentlich älteren Verführer. Hornby adaptiert Lynn Barbers Memoiren dafür. Unterschiedliche Rollen zu haben helfe gegen Schreibblockaden, verriet er einmal.

Sein Schreibstil habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert, gestand er im „Guardian“. „Man schaut sich seine früheren Sachen an und realisiert, dass man sie heute nicht mehr schreiben könnte. „Fever Pitch“ wäre älter, weiser und langweiliger, weil vor allem die mangelnde Perspektive den Erfolg des Buchs ausgemacht hat!“ Aber Arsenal-Fan sei er immer noch, und seine beiden jüngeren Söhne seien genauso besessen wie er damals.

Von

dpa

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