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06.05.2016

11:51 Uhr

Porzellan-Auktion

Starkes Interesse an Sammlung aus Privatbesitz

VonChristian Herchenröder

Seit 1987 hat es kein so umfassendes Angebot mehr auf einer Porzellan-Auktion gegeben. Im Berliner Kunsthaus Lempertz stand eine umfangreiche KPM-Sammlung aus Privatbesitz zur Disposition.

Unterschiedlicher Zuspruch bei der Versteigerung der Berliner KPM im Kunsthaus Lempertz. Dieses Objekt ging für 79.400 Euro weg. Kunsthaus Lempertz

Begehrtes Porzellan

Unterschiedlicher Zuspruch bei der Versteigerung der Berliner KPM im Kunsthaus Lempertz. Dieses Objekt ging für 79.400 Euro weg.

BerlinBesonders hochkarätige Stücke KPM-Porzellan aus einer westdeutschen Sammlung und aus gemischtem Privatbesitz erzielten am 30. April in Berlin außergewöhnlich starke Resonanz. Der Saal war voll, es gab darüber hinaus zahlreiche Gebote per Telefon und online. Seit der legendären Lempertz-Auktion der Sammlung Köllmann (1987) war kein so differenziertes Angebot Berliner Porzellans mehr unter dem Hammer - rund 140 Lose, die die marktführende Position des Kölner Hauses unterstreichen. Im nächsten Frühjahr kommt hier eine zweite Tranche der westdeutschen Sammlung unter den Hammer.

Der Zuspruch war keineswegs homogen. Zurzeit sind Exemplare der friderizianischen Epoche unterbewertet, obwohl sie in der Güte der Malerei die Meissener Konkurrenz übertreffen. So gingen selbst Teller für das Breslauer Stadtschloss und das 2. Potsdam'sche Service neben diversen Losen des Auftragsservice für das Berliner Stadtschloss zurück.

Höchster Zuschlag waren hier brutto 7.400 Euro für eine ovale Terrine mit Rosenknauf. Auch ein exzeptionelles Tête à tête mit Watteau-Szenen in Eisenrot, das auf 9.000 bis 12.000 Euro angesetzt war, blieb unverkauft. Es war 1993 bei Sotheby's für umgerechnet 9.800 DM versteigert worden und erschien wenige Monate später auf der Berliner Kunsthandelsschau Orangerie bei dem Münchner Händler Röbbig für 100.000 DM. Sechs Suppenteller aus dem Service für den Grafen Rothenburg gingen für 11.100 Euro an einen Sammler im Saal. Eine um 1795 entstandene Vase in Urnenform mit hellgrünem Fond und Rosenmalerei wurde für 15 540 Euro ans Telefon vergeben.

Das außergewöhnlichste Los der Auktion war das von mehreren Museen begehrte, aber einem amerikanischen Sammler für 94.720 Euro (Taxe bis 40.000 Euro) zugeschlagene Tête à tête mit ägyptischem Dekor. Seine Rarität wird dadurch unterstrichen, dass Vergleichsstücke in der Fachliteratur fehlen. Ein anderes, weniger differenziert bemaltes Exemplar, allerdings ohne dazugehöriges Tablett, wurde 1993 auf der Orangerie-Schau von der Berliner Kunsthandlung Wittenborn-Czubaszek für 95.000 DM angeboten. Es steht heute im Belvedere des Schlosses Charlottenburg.

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