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24.05.2012

10:15 Uhr

Precht, Grönemeyer & Co.

Thalia will mit Promis raus aus der Krise

VonFlorian Kolf

Die angeschlagene Buchhandelskette Thalia geht in die Offensive. Mit multimedialen Bühnenprogrammen will die Douglas-Tochter neue Kundengruppen erschließen. Helfen sollen dabei prominente Autoren.

Mit prominenten Autoren wie Richard David Precht will die Buchhandelskette Thalia neue Kundengruppen erschließen. dapd

Mit prominenten Autoren wie Richard David Precht will die Buchhandelskette Thalia neue Kundengruppen erschließen.

DüsseldorfDie finanziell angeschlagene Buchhandelskette Thalia will sich mit einem ungewöhnlichen Veranstaltungskonzept neue Kundengruppen erschließen. Multimediale Bühnenprogramme mit Lesungen prominenter Autoren sollen, so die Idee, ein breiteres Publikum ansprechen als das mit klassischen Lesungen in den Buchhandlungen möglich ist. Für die bundesweiten Veranstaltungsreihen mit bis zu 2000 Besuchern pro Event sind bereits Autoren wie Roger Willemsen, Dietrich Grönemeyer und Richard David Precht verpflichtet.

Die Buchhandelskette Thalia leidet darunter, dass sie ein umfangreiches Filialnetz mit zum Teil sehr großen Läden aufgebaut hat, gleichzeitig aber Online-Händler wie Amazon ihnen die Kundschaft abluchst. Deswegen wird die Kette nun radikal saniert, was die Thalia-Mutter Douglas im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Restrukturierungsaufwand von 165 Millionen Euro gekostet hat. Unter anderem werden Läden verkleinert oder ganz geschlossen.

Doch neben der Sanierung will sich Thalia nun wieder auf seine Stärken besinnen. „Wir haben uns überlegt: Was kann der reale Buchhandel, was Online nicht kann?“, sagt Thalia-Sprecherin Mirjam Berle. Heraus kam die Idee für „Thalia-Tainment“. Den Anfang macht Bestseller-Autor Richard David Precht, der im September ein Bühnenprogramm rund um sein aktuelles Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ präsentiert. Ab Oktober tourt dann der Gesundheitsexperte Professor Dietrich Grönemeyer zusammen mit Thalia durch 13 deutsche Städte.

Die Musikbranche als Vorbild

Ziel der Events ist es, auch Menschen anzusprechen, die ansonsten nicht in die Buchhandlung kämen. Dazu sollen Elemente von Lesung, Schauspiel, Musik und Film kombiniert werden. „Die Kunden sind auf der Suche nach Erlebnissen“, sagt die Thalia-Sprecherin.

Vorbild dafür ist unter anderem die Musikbranche. Auch dort macht der Online-Vertrieb den klassischen Geschäften Konkurrenz, während zugleich das Geschäft mit Live-Konzerten boomt.

Begleitet werden sollen die Veranstaltungen mit Social-Media-Aktivitäten, zum Beispiel über Facebook. Das Unternehmen hofft, dass die Events die Marke Thalia noch bekannter machen und neue Kunden in die Buchhandlungen locken. Der Kartenverkauf startet am 30. Mai über das Internet (www-thalia.de/tainment).

Kommentare (1)

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Treffer23

24.05.2012, 12:14 Uhr

Mein Besuch einer Filiale zeigte folgendes:

Von 10 Uhr bis 13 Uhr waren die zahlreichen Sitzgelegenheiten vorwiegend mit älteren Menschen sehr gut gefüllt. Diese „Kunden“ haben ausgiebig in den Reiseführern und Ratgebern gelesen und sich zT. Notizen gemacht.

Ganz dreist war eine ältere Frau, die mit dem Handy Fotos von Buchseiten machte.

Kaufen: Absolute Fehlanzeige….

Zwischenzeitlich hat man die Sitzgelegenheiten deutlich reduziert….

Ist so ein Konzept überlebensfähig?

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