Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2011

19:35 Uhr

Preisverleihung

200 Sarrazin-Gegner protestieren gegen Auftritt

Rund 200 Menschen haben in Mainz gegen einen Fastnachtsauftritt von Thilo Sarrazin demonstriert. Der umstrittene Autor war als Laudator für eine Fastnachtsauszeichnung geladen. Den Titel „Ranzengardist“ hatte Sarrazin vor zwei Jahren selbst erhalten.

Thilo Sarrazin bei der Laudatio für den Ranzengardist. dpa

Thilo Sarrazin bei der Laudatio für den Ranzengardist.

HB MAINZ. Der wegen seiner Ausländer-Kritik umstrittene Ex-Bundesbankvorstand hielt am Sonntagabend eine Laudatio bei der Verleihung einer Fastnachtsauszeichnung an den Musikkabarettisten Lars Reichow. Darin bezeichnete sich Sarrazin als „Beelzebub aus Berlin“ und betonte, Zynismus sei für Politiker überlebensnotwendig.

Sarrazin selbst hatte den Preis „Ranzengardist“ im Jahr 2009 erhalten. Mit seinen provokanten Thesen zur Integration in Deutschland sorgte Buchautor Sarrazin 2010 für großen Wirbel. In seiner Laudatio sagte Sarrazin, dass der Zynismus die „böse Stiefschwester“ von Humor und Ironie sei. „Wer länger in der Politik war, der weiß: Ein bisschen muss man zum Zyniker werden, sonst verliert man den Verstand“, meinte der frühere Berliner SPD- Finanzsenator weiter, der in den 1990er Jahren in Mainz Finanz- Staatssekretär war.

Nach Angaben von Polizei und Veranstalter beteiligten sich rund 200 Sarrazin-Gegner an der Demonstration. Mit Transparenten und Fastnachtshüten liefen sie vom Mainzer Hauptbahnhof zu einer Kundgebung vor dem Kurfürstlichen Schloss, in dem die Auszeichnung der Ranzengarde an den Musikkabarettisten Reichow verliehen wurde.

Zu der „Demonstration gegen Rassismus“ hatten unter anderem der Kreisverband der Grünen und die rheinland-pfälzische DGB-Jugend in Mainz aufgerufen. Die Fastnachtsauszeichnung „Ranzengardist“ wird seit 2005 alle zwei Jahre verliehen, laut Mainzer Ranzengarde an „eine Person des öffentlichen Lebens“. Preisträger waren vor Thilo Sarrazin ZDF-Intendant Markus Schächter und der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sehe kein Bild von den 200 Demonstranten ...

02.01.2011, 23:41 Uhr

... erfahrungsgemäss werden es daher weniger gewesen sein. Das zeigt, dass die aufrufenden Organisationen sogar bei ihren eigenen Mitgliedern auf Null-Komma-X Resonanz gestossen sind. Herr Sarrazin kann sich - zu Recht - in seinen Ansichten bestätigt fühlen.

gregor

03.01.2011, 01:04 Uhr

ich protestiere auch.
Eine Schande für Deutschland.
Eine Schande für SPD.

MitMigrationsHintergrund MMH

04.01.2011, 18:27 Uhr

Der Fall Sarrazin ist absolut kontraproduktiv und sogar schädigend für Deutschland. Was ist in den Mann gefahren, wie konnte er so lange solche wichtige Position innehaben ohne dass es auffällt? ist eventuell ein Zersetzung des Gehirnes im Gange?
Auf jedem Fall, ein interessanter Fall für die Psychiatrie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×