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01.11.2012

17:28 Uhr

Product Placement bei Bond

„Mein Name ist Brand, James Brand“

VonKatharina Slodczyk

Britischen Kinogängern ist das Sponsoring im neuen James-Bond-Film „Skyfall“ bereits übel aufgestoßen. Doch das eigentlich Überraschende ist:  Die Produzenten haben sich im Vergleich zu früher sogar zurückgehalten.

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James Bond 007 - Skyfall

Handelsblatt Kinotipp: James Bond 007 - Skyfall

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LondonNoch bevor die britische Popsängerin Adele den Titelsong zum neuen James-Bond-Film „Skyfall“ singt und der Vorspann über die Kinoleinwand flimmert, haben die Produzenten bereits einen ihrer Geldgeber in Szene gesetzt: den Uhrenhersteller Omega. Sekundenlang ist die Kamera auf die Uhr gerichtet, während James Bond in den Tiefen eines reißenden Flusses versinkt.

Von diesen ersten Minuten des Films an ist klar: James Bond, der berühmteste Geheimagent der Kinogeschichte, arbeitet nicht nur im Auftrag seiner Majestät. Nein, der Mann steht auch stets im Dienst des Werbekunden, um einen Teil der hohen Filmproduktionskosten bereits vor dem Verkauf der ersten Kinokarte hereinzuholen.

„Skyfall“-Fakten

Ortswechsel

M (Judi Dench) ist umgezogen und residiert nun im ehemaligen Zuhause des 2011 gestorbenen Komponisten John Barry; er hatte Musik für zwölf Bond-Filme geschrieben und auch die 007-Erkennungsmelodie komponiert.

Frau am Steuer?

Naomie Harris wurde als Fahrerin bei der Eröffnungs-Verfolgungsjagd durch die Straßen Istanbuls in einigen Szenen von einem Mann gedoubelt - dem mehrfachen britischen Rallye-Champion Mark Higgins.

Vom Winde verweht

Bonds Krawatte musste bei der Motorradverfolgungsjagd in Istanbul mit einem Gewicht beschwert werden, damit sie Daniel Craig nicht ins Gesicht wehen konnte.

Klebriger Asphalt

Um ein Wegrutschen der Motorräder auf den Straßen zu verhindern, wurde Brause auf den Asphalt gespritzt.

Déjà-vu

Von dem Anzug, den Bond in der Eröffnungssequenz trägt, gab es 85 Ausgaben.

Immer wieder DB5

Zum sechsten Mal kommt in einem Bond-Film der Aston Martin DB5 zum Einsatz; der erste Auftritt des Modells war in "Goldfinger" (1964).

Kugelhagel

Bei der Waffenausbildung wurden mehr als 200.000 Schuss Munition verballert.

Statisten-Statistik

Bei einer späteren Verfolgungsjagd im Zentrum Londons kamen 750 Statisten, 100 Fahrzeuge im Hintergrund sowie 300 Mitglieder der Crew zum Einsatz.

Aus der Rolle gefallen

"Skyfall" ist der erste Film, den der neunfach Oscar-nominierte Kameramann Roger Deakins ("No Country For Old Men", "Der Vorleser") nicht auf Zelluloid, sondern digital gedreht hat.

Dieses Mal, beim 23. James-Bond-Film, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, gehören neben Omega der Luxusautobauer Aston Martin, der Brauereikonzern Heineken und der Elektronikhersteller Sony dazu. Nach Medienberichten sollen Lizenzverträge über gut 45 Millionen Dollar abgeschlossen worden sein. Insgesamt soll die Produktion mehr als das Dreifache verschlungen haben.

In Großbritannien, wo der Film seit dem vergangenen Wochenende in den Kinos läuft, haben Kritiker daher bereits den legendären Vorstellungssatz der Doppelnull abgewandelt – in „Mein Name ist Brand, James Brand.“ Und Kinogänger auf der Insel ließen in Dutzenden von Kommentaren über den Kurznachrichtendienst Twitter ihrem Ärger über die Schleichwerbung freien Lauf. Es sei obszön, wie viel Produktplatzierungen man in dem Film untergebracht habe, schrieb zum Beispiel Alexander Badrick. Ähnlich fiel der Tenor bei Jayne Rodgers aus: „Die Schleichwerbung ist ja geradezu unerträglich.“

Dabei haben sich die Produzenten bei dieser Folge sogar zurückgehalten. Es gibt keine plumpen Dialoge über die Werbeprodukte wie etwa in „Casino Royal“. Dort wird Bond in einer Szene gefragt, ob er eine Rolex trägt. „Nein, eine Omega“, antwortet er. Und die Einnahmen aus Lizenzverträgen liegen bei „Skyfall“ auch deutlich unter denen der Vorgängerfilme. Jeweils etwa 100 Millionen Dollar soll die Produktplatzierung in „Casino Royal“ und in „Ein Quantum Trost“ eingebracht haben.

Kommentare (8)

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P17

01.11.2012, 19:27 Uhr

.... und die doofen Zuschauer zahlen auch noch brav an der Kinokasse 15 € um sich dafür mit Werbung zumüllen zu lassen.

thomin

01.11.2012, 21:34 Uhr

Ich habe nichts gegen product-placement solange es dezent abläuft und sich in die Handlung einfügt. Ärgerlich wird es erst, wenn Szenen extra für werbende (um)geschrieben werden. Beim neuen Bond (und auch schon bei den letzten) hat man klar den Eindruck, dass genau das passiert. Die Bier-Szene ist allerdings noch die harmloseste und passt meiner Meinung nach auch an diese Stelle. Dann soll Heineken ruhig dafür zahlen, dass ihr Etikett auf der Flasche ist anstatt Budweiser oder sonst etwas. Ärgerlicher ist da schon wenn ganze Szenen eingefügt werden nur um ein Auto gut aussehen zu lassen, wie es bei Casino Royal eindeutig getan wurde (Ford Mondeo), oder die Tatsache, dass auf dem Parkplatz nur Autos standen die zum damaligen Zeitpunkt zum Ford Konzern gehörten (Lincoln, Ford, Land Rover, Jaguar). Bei Skyfall hat man auch ab und zu das Gefühl, dass Szenen aus Werbegründen umgestaltet wurden (wie z.B. die Omega Sequenz am Anfang) und das hinterlässt natürlich einen schalen Geschmack. Alles in allem war es aber nicht so penetrant oder aufgesetzt wie in manch anderen Filmen.

Bruno_Gmunder

01.11.2012, 21:34 Uhr

Gehört Land Rover nicht inzwischen einem indischen Investor?

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