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08.09.2013

15:58 Uhr

Protest gegen Teilabriss

Künstler hüllen East Side Gallery in Papier

Etliche Künstler stellen sich gegen den geplanten Teilabriss der East Side Gallery – und wollen ihrem Protest nun mit Papier Ausdruck verleihen.

Aus Protest gegen den geplanten Teilabriss der East Side Gallery haben Künstler diese in Papier gehüllt. dpa

Aus Protest gegen den geplanten Teilabriss der East Side Gallery haben Künstler diese in Papier gehüllt.

BerlinKünstler haben die East Side Gallery in Berlin aus Protest gegen einen drohenden Teilabriss von Mauersegmenten mit Papier verhüllt. Geplant sei, dass rund 1,3 Kilometer lange Stück Mauer in Friedrichshain noch am Sonntag komplett zu überkleben, wie der Vorsitzende der Künstlerinitiative East Side Gallery, Kani Alavi, sagte. Dann wird auch eines der bekanntesten Motive, Dmitri Wrubels „Bruderkuss“ zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew, hinter den weißen Papierstreifen verschwinden.

Man müsse „bis zur letzten Minute kämpfen“, sagte Alavi. Er und seine Kollegen wollten mit der Aktion auf einen möglichen Abriss von Mauerteilen für eine Zufahrt für umstrittene Neubauten aufmerksam machen. Kritik entzündet sich vor allem an einem geplanten Hochhaus mit Luxuswohnungen. In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Demonstrationen und andere Protestaktionen dagegen: Anfang September erst kam der Mitbegründer der britischen Rockband Pink Floyd, Roger Waters, zu dem Mauerstück.

East Side Gallery

Entstehung

Im Frühjahr 1990 nach dem Fall der Mauer

Länge

1.316 Meter (längste Mauergalerie der Welt)

Gestaltung

118 Künstler aus 21 Ländern beteiligten sich an der Bemalung der Mauergalerie, darunter bekannte Künstler wie Thomas Klingenstein, Thierry Noir, Jim Avignon und Bodo Sperling.

Bilder

Gut hundert Gemälde säumen die Mauerwände. Thema sind die politischen Veränderungen 1989/90.

Eröffnung

Am 28. September 1990 wurde die East Side Gallery offiziell eröffnet. Im Jahr darauf wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.

Sanierung

1996 gründete sich die Künstlerinitiative East Side Gallery, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mauergalerie instand zu halten. 2000 und 2008 kümmerte sich der Verein um die Sanierung der Galerie.

Teilversetzung

2006 wurde ein Teil der East Side Gallery versetzt. Grund war der Bau einer Veranstaltungshalle gegenüber des Denkmals.

Aktuelle Debatte

Wegen eines Brückenzugangs soll ein weiterer Teil des Kunstwerks versetzt werden. Das hat in der Berliner Bevölkerung großen Unmut ausgelöst. Der Verein „East Side Gallery“ fordert, die Mauer in ihrer Gänze zu erhalten.

1990 hatten Künstler aus aller Welt das längste erhaltene Stück Mauer mit riesigen Wandbildern bemalt. Weil die Farbe bei vielen Gemälden verblasste, wurde die East Side Gallery 2009 monatelang aufwendig restauriert.

Von

dpa

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