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24.09.2015

15:28 Uhr

Pumuckl-Schöpferin

Ellis Kaut ist tot

Der Kobold Pumuckl hat Generationen von Kindern begeistert. Nun ist die Schöpferin des rothaarigen Klabautermannes, Ellis Kaut, gestorben. Bis ins hohe Alter schrieb sie Geschichten – teils 16 Stunden am Tag.

Selbst in China wurde „Meister Eder und sein Pumuckl“ ausgestrahlt. dpa

Weit herumgekommen

Selbst in China wurde „Meister Eder und sein Pumuckl“ ausgestrahlt.

MünchenEin kleiner Kobold hat sie berühmt gemacht. Die Autorin Ellis Kaut schuf vor mehr als 50 Jahren den rothaarigen Klabautermann Pumuckl, der seitdem in Hörspielen, Fernsehsendungen und Büchern seine Streiche treibt. Im Alter von 94 Jahren ist die Erfinderin des kleinen Quälgeistes am frühen Donnerstagmorgen nach langer Krankheit in einem Pflegeheim bei München gestorben.

Bis zuletzt hatte Kaut verfolgt, wie es um „ihren“ Kobold stand – und seine Abmagerungskur hatte ihr gar nicht gefallen. „Scheußlich“ habe sie den schlanken Kobold gefunden, sagte ihre Tochter Uschi Bagnall.

Der Stuttgarter Kosmos Verlag hatte den Helden für eine neue Ausgabe moderner zeichnen lassen, ohne konkrete Vorgaben zu machen. Der Illustrator hatte ihn daraufhin sportlicher und schlanker gestaltet – und damit empörte Reaktionen der Fans ausgelöst. Schnell war klar, dass Pumuckl seinen Bauch zurückbekommt.

Zum 90. Geburtstag hatte sich Kaut gewünscht: „Gesundheit – und dass alle so lange leben wie ich, damit ich niemand sterben seh’.“ Dabei war die in Stuttgart geborene Kinderbuchautorin bis ins hohe Alter aktiv.

So war es für sie keine Frage, dass sie ein Gutteil der Fanpost elektronisch per E-Mail beantwortete. Und bei ihrem Hobby Fotografie war sie längst auf Digitaltechnik umgestiegen. Regelmäßig traf sie sich mit anderen Fotografen in der „Sezession Münchner Lichtbildner“. Und immer noch standen gelegentlich Kinder plötzlich vor ihrer Haustür im Münchner Stadtteil Obermenzing und wollten ein Autogramm. „Ich weiß nicht, was die vielen Menschen mit all den Unterschriften anfangen“, wunderte sich Kaut. Oft werde sie auch von Menschen auf der Straße erkannt. „Dann sind Leute fröhlich. Sie fangen an, mir Geschichten vom Pumuckl zu erzählen.“

Generationen sind in Deutschland mit „Meister Eder und sein Pumuckl“ groß geworden. Der freche Kobold eroberte aber auch Kinderherzen in europäischen Ländern wie Spanien und Frankreich – und sogar in China.

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