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02.12.2014

15:29 Uhr

Quittenbaum

Quer durch die Design-Geschichte

VonSabine Spindler

Prototypen und Arbeiten aus bedeutenden Design-Schulen setzen die Akzente der anstehenden Auktion bei Quittenbaum. Im Bereich „Kunst nach 1945“ lockt das Münchener Auktionshaus mit einer Fotoserie von Gunter Sachs.

Die Stapelstühle "Montreal" entwarf Frei Otto 1967. Produziert wurden sie bei Karl Fröscher & Co. aus Buchenholz und weißem Leder. Taxe: 8.000 bis 9.000 Euro. Quelle: Quittenbaum

Die Stapelstühle "Montreal" entwarf Frei Otto 1967. Produziert wurden sie bei Karl Fröscher & Co. aus Buchenholz und weißem Leder. Taxe: 8.000 bis 9.000 Euro. Quelle: Quittenbaum

MünchenGut 130 Jahre Design-Geschichte deckt das Münchener Auktionshaus Quittenbaum mit seiner Offerte am 9. Dezember 2014 ab. Sie beginnt mit Christopher Dressers dekorlosem, kugelförmigem Heißwasserkessel aus Kupfer (1885), der zur unteren Taxe von 1.600 Euro aufgerufen wird, und endet mit dem Stuhl „Corallo Chair“ der brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campana. Die 2004 entworfene, aus einem scheinbar endlos verschlungenen Drahtgewirr konstruierte Sitzgelegenheit ist auf 3.800 bis 4.200 Euro geschätzt.

Die höchsten Erwartungen setzt Quittenbaum in die Tiffany-Lampe „Dragonfly“ von 1899. Der Entwurf von Clara Driscoll mit Libellen in Sturzflugposition im leuchtend bunten Glasschirm fand schon auf der Pariser Weltausstellung 1900 viel Beachtung und soll nun mindesten 50.000 Euro einspielen.

Sonderanfertigung für ein Modeatelier

Als Schnittstellen, in denen sich Vision und Realisierung kreuzen, haben Prototypen einen besonderen Stellenwert unter Sammlern. In diese Kategorie fallen vier Stühle und ein Tisch aus Stahlrohr und Schichtholz, entworfen um 1955 von dem Gründer der Hochschule für Gestaltung Ulm, Otl Aicher. Sie wurden wie manches andere Möbelstück nie industriell produziert, was verständlich macht, dass nur wenige Arbeiten Aichers noch existieren. Für das Ensemble aus schwarzem Stahlrohr und weißem Schichtholz bzw. weißem Gestell und schwarzen Holzelementen ist ein Mindesteinsatz von 18.000 nötig.

Ob auch die von Wolfgang Tümpel entworfene Tischlampe aus seiner Hallenser Zeit in Serie gehen sollte, ist fraglich. Die Edelstahlleuchte des einstigen Bauhausschülers mit Entwerferstempel und Signatur ist ein Musterbeispiel reduzierten, konstruktiven Designs. Bewertet ist die 1927 entworfene Leuchte mit 18.000 bis 20.000 Euro. Das deutsche Design der 1960er-Jahre ist durch einen Entwurf Frei Ottos vertreten. Dass er einer der wichtigsten Vertreter der biomorphen Architektur ist, sieht man seinen Stapelstühlen „Montreal“ an. Die acht mit weißem Leder bezogenen Möbel, eine Sonderanfertigung für den Salon des Berliner Modedesigners Uli Richter von 1967, gehen mit einer Taxe von 8.000 Euro ins Rennen.

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