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09.11.2012

15:55 Uhr

Raabs TV-Imperium

Der Tausendsassa hat alles im Griff

Seit Sonntag ist Stefan Raabs Portfolio an TV-Formaten um eine Facette reicher. Der Mann mit dem vielzahnigen Lächeln zieht aber auch hinter den Kulissen die Fäden. Ohne Raab geht im deutschen Fernsehen bald nichts mehr.

Macher vor und hinter der Kamera: Stefan Raab. dpa

Macher vor und hinter der Kamera: Stefan Raab.

DüsseldorfStefan Raab ist das, was im Volksmund gerne als „Tausendsassa“ bezeichnet wird. Als in den frühen 1990er-Jahren die TV-Karriere des gelernten Metzgers als Moderator beim Kölner Musiksender Viva begann, zeichnete sich wirklich nicht ab, dass aus dem Mann mit Flickenjeans, Sturmfrisur und Koteletten Deutschlands derzeit vielleicht einflussreichste Medienpersönlichkeit werden würde. Doch genau das ist Raab heute.

Der Mann mit dem abgebrochenen Jura-Studium hat im vergangenen Jahrzehnt die heimische Fernsehlandschaft nicht nur beackert, sondern komplett umgepflügt. Zunächst schaffte er es als Entertainer seine Late-Night-Show „TV Total“ als Konkurrenz zu Harald Schmidt zu etablieren. Schon vor dem Wechsel zu Pro Sieben ist das Talk-Format „Vivasion“ Kult, seine Songs schaffen es in die Charts. Kurz nach der Jahrtausendwende war er nicht nur als Bildschirm-Clown, sondern auch Musiker und Produzent mit einem ausgesprochen glücklichen Händchen bekannt.

Für den Münchener Privatsender vollzog er eine Imageverschiebung, legte sich einen neuen Look zu, wird im Humor böser – und bald sehr viel ernster genommen. Raab verstand sich geschickt darauf, immer im Gespräch zu halten. Umstände wie ein handgreiflicher Streit mit Moses Pelham oder gerichtliche Auseinandersetzungen mit Privatpersonen und Öffentlich-Rechtlichen nutzten dem Entertainer mehr, als sie schadeten.

Raab, viele Jahre als spätabendlicher Klamaukmacher unterschätzt, besitzt einen untrüglichen Sinn für das Populäre. Von intellektuellen Diskursen hält der geschäftstüchtige Kreative wenig. „Man muss nicht lesen können, um zu sprechen“, sagt Raab. Mit dieser Erkenntnis hat er auch seine Talente wie Elton oder Oliver Pocher entdeckt.

Und natürlich Lena Mayer-Landrut, die für Deutschland den Eurovision Song Contest gewann. Ausgerechnet Raab, der vor Jahren selbst als Sänger den sinnentleerten Schlagerwettbewerb aufs Korn nahm, entstaubte das europäische Unterhaltungsformat und mischte die Musikbranche auf. Mehr als eine halbe Million verkaufter Singles und der erste Platz der Charts machen gegen Häme immun.

Kommentare (1)

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RMJ

22.11.2012, 14:57 Uhr

Raab und Scheuermann haben an Brainpool je 12,5% und damit wahrscheinlich eine Sperrminorität.

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