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04.04.2014

09:30 Uhr

Rezension „Dead Man's Hand“

Tod am Pokertisch

Wenn eine Poker-Legende beim Spiel tot umfällt, kann das kaum mit rechten Dingen zu gehen. Gut, wenn dann die Polizei rasch vor Ort ist. In Nina Webers Krimi-Debüt „Dead Man's Hand“ sitzt sie gleich mit am Pokertisch.

Zwei Asse garantieren nicht unbedingt den Sieg - vor allem, wenn der Spieler vor dem Ausspielen der Karten tot umfällt. dpa

Zwei Asse garantieren nicht unbedingt den Sieg - vor allem, wenn der Spieler vor dem Ausspielen der Karten tot umfällt.

BerlinAls Dead Man’s Hand bezeichnen Pokerspieler eine Kartenkombination, die auf den legendären Wild Bill Hickok zurückgeführt wird. Angeblich soll der während eines Pokerspiels erschossene Westernheld im Moment seines Ablebens zwei Asse und zwei Achten auf der Hand gehalten haben. Ganz eindeutig belegt ist das zwar nicht, je nach Quelle werden auch andere Kartenkombinationen gehandelt, trotzdem hat sich die Bezeichnung Dead Man’s Hand für eine Hand aus schwarzen Assen und Achten durchgesetzt.

Spiegel-Redakteurin Nina Weber hat sich den dramatischen Namen als Titel für ihren ersten Krimi ausgeborgt – eine auf die wenigen Stunden eines Pokerturniers verdichtete Geschichte um einen Mord im Milieu der professionellen Kartenspieler.

Ihre Heldin Sara, im normalen Leben Polizistin, schafft es mit Glück und Geschick bis an den Finaltisch eines Pokerturniers. Doch ehe sie sich dort über die richtige Strategie im Duell mit etlichen Poker-Legenden klar werden kann, fällt einer ihrer Gegner tot vom Stuhl.

Für Sara steht schnell fest, dass sie Zeugin eines raffiniert eingefädelten Mordes geworden ist. Fortan sieht sie sich in der Doppelrolle als Pokerspielerin und (verdeckte) Ermittlerin – denn das Turnier, bei dem es eine für sie astronomische Geldsumme zu gewinnen gibt, geht trotz des Todesfalles weiter. Während Sara ihr Spiel fortsetzt, versucht sie gleichzeitig, den Täter zu entlarven – der, da ist sie sich sicher, mit ihr am Tisch sitzen muss.

Aus dieser ungewöhnlichen Situation bezieht der Krimi seinen besonderen Reiz. Auch Leser, die mit Begriffen wie Flush, Straight oder Draw nichts anzufangen wissen, können dem Geschehen am Pokertisch problemlos folgen – was nicht im Verlauf der Erzählung von den Protagonisten erläutert wird, kann in einem Poker-Glossar am Ende des Buches nachgelesen werden. Die spannende Handlung garantiert in jedem Fall bis zum Schluss anhaltendes Lesevergnügen. Eine gelungene Krimi-Premiere der Autorin.

Nina Weber

Dead Man's Hand

Gmeiner Verlag

244 Seiten; 11,99 Euro

Von

tt

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