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30.11.2011

15:34 Uhr

Robert Mapplethorpe

Vermarktung mit dem Faktor Prominenz

Eine Galerie-Ausstellung des verstorbenen Fotokünstlers Robert Mapplethorpe wird in Paris als Ereignis gefeiert. Thaddäus Ropac gewann eine berühmte Filmemacherin als Kuratorin: Sofia Coppola.

Blick in die Robert Mapplethorpe-Ausstellung bei Thaddäus Ropac in Paris. Kuratorin ist die Filmregisseurin Sofia Coppola. Galerie Ropac, Paris

Blick in die Robert Mapplethorpe-Ausstellung bei Thaddäus Ropac in Paris. Kuratorin ist die Filmregisseurin Sofia Coppola.

ParisDie Pariser Galerie Thaddäus Ropac kann wieder mit einem Publikums- und Medienknüller aufwaren, denn der Galerist gewann die amerikanische Filmemacherin Sofia Coppola als Kuratorin einer Ausstellung mit Fotografien von Robert Mapplethorpe (1946–1989). Die zwischen Paris und Los Angeles lebende 40jährige Sofia Coppola ist seit ihrem zweiten Film, „Lost in Translation“ von 2003 eine Kultfigur. Ihr vierter Film, „Somewhere“, erhielt 2010 den Goldenen Löwen beim Filmfestival in Venedig.

Die Mapplethorpe-Foundation in New York, Partnerin der Galerie Ropac, stellte Sofia Coppola ihr gesamtes Archiv zur Verfügung. Daraus wählte die Regisseurin 39 Aufnahmen aus, eine davon in Farbe. Ihre Hängung in dem großen Raum der Galerie ist sehr eng und unkonventionell insofern, als die Kuratorin weder thematisch vorgeht, noch einem erkennbar roten Faden zu folgen scheint. Sie habe die Ikonen gemieden, mit denen der Fotograf Anfang der 1980er-Jahre berühmt wurde, also die kunstvoll ausgeleuchteten Blumenaufnahmen und Männerakte, erklärte Coppola. Sie gesteht, eine „willkürliche Auswahl“, getroffen zu haben.

Illustre Kuratoren haben Tradition

„Die Abfolge funktioniert wie ein Story-Board“, meint dagegen der smarte Ropac, der Mapplethorpe bereits zum dritten Mal zeigt: 2005 stellte er ihn in Paris aus. Dort präsentierte ihn der Modeschöpfer Hedi Slimane den in Gay-Kreisen besonders verehrten, an Aids verstorbenen Mapplethorpe als ästhetischen Märtyrer. In seiner Salzburger Galerie zeigte er ihn 2006, wo der Regisseur Robert Wilson als Kurator einer Porträt-Schau fungierte.

Die Idee, Künstler als Kuratoren für die Galerie-Präsentation zu engagieren, stammt vom Leiter der Mapplethorpe-Foundation Michael Woodstark. Er platziert den Nachlass des Fotografen auf dem Markt und in Museen. Woodstark plant übrigens, das gesamte Mapplethorpe-Archiv dem Getty Museum in Los Angeles zu übergeben. Die erste, nicht professionelle Ausstellungsmacherin war die Fotografin Cindy Sherman, die 2003 in New York ebenfalls Museumsleihgaben in die Schau aufnahm.

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