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25.02.2015

12:43 Uhr

Roman Polanski

Wird der Oscar-Preisträger ausgeliefert?

Seit 38 Jahren ist der französisch-polnische Filmemacher Roman Polanski (81) auf der Flucht. Ein Krakauer Gericht soll über den Antrag der amerikanischen Behörden entscheiden. Die Meinungen in Polen sind geteilt.

Der Regisseur könnte nach langer Flucht an die USA ausgeliefert werden. Reuters

Roman Polanski

Der Regisseur könnte nach langer Flucht an die USA ausgeliefert werden.

Krakau/WarschauIn diesem Sommer will Roman Polanski (81) wieder in Polen Regie führen. In Warschau, wo er bereits den mit dem Oscar ausgezeichneten Holocaust-Film „Der Pianist“ gedreht hat, will er ein Drama über die Dreyfus-Affäre drehen, über den jüdischen Offizier der französischen Armee, der Ende des 19. Jahrhunderts fälschlich des Verrats beschuldigt wurde.

Doch zuvor muss Polanski („Rosemaries Baby“, „Tanz der Vampire“) sein eigenes Justizdrama überstehen. Ab Mittwoch verhandelt das Bezirksgericht Krakau über einen Antrag der US-Justizbehörden auf Auslieferung Polanskis. Wie lange das Verfahren dauert, ist noch unklar. Polanski erschien am Mittwoch vor Gericht: Der Oscar-Preisträger trug einen dunklen Anzug und betrat das Gericht in Begleitung seiner beiden Anwälte

Es ist ein weiteres Mal nach der Festnahme auf dem Flughafen Zürich im Jahr 2009, dass Regie-Altmeister Polanski fürchten muss, an die USA ausgeliefert zu werden, wo er seit Jahren mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Ihm wird Vergewaltigung vorgeworfen - es geht um Sex mit einer 13-Jährigen im Jahr 1977.

„Ich vertraue auf die polnische Justiz“, sagte Polanski, als die Staatsanwaltschaft das Auslieferungsgesuch im Januar dem Gericht zusandte. Die Anwälte des Regisseurs mit französischer und polnischer Staatsbürgerschaft haben bereits beantragt, die Öffentlichkeit auszuschließen.

Für Polanski, der seit mehreren Jahren eine Wohnung in Krakau hat, geht es nicht nur um das bei einer Auslieferung scheiternde Filmprojekt, die Angst vor einem Schuldspruch in den USA oder eine eventuelle Flucht nach Frankreich, das ihn nicht ausliefern würde. Es geht auch um die mit zunehmendem Alter wieder intensiver gewordene Beziehung zu Polen, zu Krakau, der Stadt seiner Kindheit, die ihm versperrt bliebe, wenn er in Polen um seine Freiheit fürchten müsste.

In Polen hatte Polanski erste Erfolge, hier verehren ihn auch heute viele Kinogänger. Als er 2001 für die Arbeit am „Pianisten“ nach Polen zurückkehrte, war das eine Heimkehr, die in Polen enthusiastisch gefeiert wurde. Der Film war auch die Aufarbeitung des eigenen Kindheitstraumas: Polanski, Kind polnischer Juden, überlebte in einem Versteck das Krakauer Ghetto und den Holocaust. Aber seine Mutter wurde von den Nazis in Auschwitz ermordet. In den vergangenen Jahren hat Polanski öfter Projekte unterstützt, die an die jüdische Geschichte und Kultur vor allem in Krakau erinnern.

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