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12.08.2013

08:21 Uhr

Rotterdamer Kunstraub

Kunstwerke, die zu Asche wurden

Am Dienstag beginnt in Bukarest der Prozess um den Rotterdamer Kunstraub. Die Mutter des Hauptverdächtigen hat einige Gemälde möglicherweise verbrannt – darunter Werke von Picasso, Monet und Matisse.

Einige dieser Werke großer Künstler sind wohl für immer verloren. AFP

Einige dieser Werke großer Künstler sind wohl für immer verloren.

BukarestEs war einer der spektakulärsten Kunstraube seit Jahrzehnten: Sieben Meisterwerke von unschätzbarem Wert, darunter Gemälde von Picasso, Monet und Lucian Freud, wurden im Oktober binnen Minuten aus der Rotterdamer Kunsthalle gestohlen. Doch es kam noch schlimmer, als die Mutter des rumänischen Hauptverdächtigen gestand, die Gemälde verbrannt zu haben, um die Beweise zu vernichten. Sie zog die Aussage zurück, doch der schreckliche Verdacht bleibt. Ab Dienstag müssen sich nun Mutter, Sohn und vier weitere rumänische Verdächtige vor Gericht in Bukarest verantworten.

Sie habe die Bilder in ihrem Badezimmer-Ofen verbrannt in der Hoffnung, dass ihr Sohn und die anderen Verdächtigen ohne Beweise nicht verurteilt werden können, sagte Olga Dogaru laut Anklageschrift bei ihrer Festnahme im März. Zwar zog sie das Geständnis wieder zurück, doch ein Gutachten zur Asche aus Dogarus Ofen spricht Bände: Anhand von dort gefundenen Nägeln und Haken gehen die Experten davon aus, dass mindestens drei, möglicherweise auch vier Ölgemälde in dem Ofen verbrannt wurden, wie der Direktor des Rumänischen Historischen Museums, Ernest Oberländer-Tarnoveanu, erläutert.

Allerdings wollte der Museumsdirektor nicht bestätigen, dass es sich um die geraubten Kunstwerke handelt. Das sei Sache der Staatsanwaltschaft, sagte er. Eine Sprecherin der Kunsthalle reagierte ebenfalls abwartend. Sollte sich die Vermutung aber erhärten, dann „zeigt es einmal mehr die Sinnlosigkeit dieses Raubs”, sagte sie.

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Gestohlen wurden Picassos „Tête d'Arlequin”, „La Liseuse en Blanc et Jaune” von Henri Matisse, zwei Gemälde von Monet - „Waterloo Bridge, London” und „Charing Cross Bridge, London” – Gauguins „Femme Devant une Fenêtre Ouverte, dite La Fiancée”, ein Selbstporträt von Meyer de Haan sowie „Woman with Eyes Closed” des im Juli 2011 gestorbenen Gegenwartskünstlers Lucian Freud. Bei den Werken von Monet und Picasso handelte es sich um Pastell- oder Tuschezeichnungen auf Papier. Von ihnen gäbe es deshalb keine Spur, sollten sie verbrannt worden sein, sagte Oberländer-Tarnoveanu.

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