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01.09.2012

10:09 Uhr

Sammlung Breinin

Marktfrische Meistergraphik

Kommt außergewöhnliche Kunst auf den Markt, ist das Auktionshaus für Erben die erste Anlaufstelle. Nicht so bei der Graphik des Augenchirurgen Goodwin Breinin. Über 40 Blätter verkauft die Kunsthandlung C. G. Boerner.

Druckgraphiken spalten den Markt.

Druckgraphiken spalten den Markt.

BerlinDas Sammeln von Meistergraphik ist mehr denn je eine Domäne wissender Gourmets geworden. Der Markt spaltet sich, wie im Gemäldesektor, in leicht absetzbare, bunte Konsumware mit den Favoriten Chagall, Miro, Warhol, Lichtenstein, und in Werke, die in ihrer Einzigartigkeit, Technik und Druckqualität unvergängliche Meilensteine der Druckgraphik sind.

Diesem Qualitätspostulat folgte der New Yorker Augenchirurg Goodwin Breinin, der mit seiner Frau Rose-Helen, einer Kunsthistorikerin, seit den 1970er- Jahren Druckgraphik des 15. bis 20. Jahrhunderts sammelte. Sie wählten sehr selektiv nur herausragende Einzelexemplare, die sich Stück für Stück zu einem persönlichen Geschmacksbild formten. Damit unterschieden sie sich grundlegend von anderen amerikanischen Graphikenthusiasten, die wie der Industrielle Albert W. Blum in die Breite sammelten oder sich wie Walter J. Johnson auf den Marktmagneten Rembrandt konzentrierten.

Wenn jetzt die von Düsseldorf und New Yorker aus agierende Kunsthandlung C.G. Boerner einen Verkaufskatalog der Sammlung Breinin vorlegt, so ist das einer der seltenen Fälle, in dem eine derart hochkarätige Kollektion nicht sogleich im Auktionssaal landet.

Ihr Bogen spannt sich von Martin Schongauers früher Verkündigungs-Madonna, eine bereits verkaufte Dublette des Berliner Kupferstichkabinetts, bis Pablo Picassos in allen drei Druckzuständen vorliegender Aquatinta "Portrait de Françoise à la résille" (1953). Diese einzigartige Suite aus Picassos Nachlass wurde im November 1982 bei Sotheby's für 13 200 Dollar versteigert und kostet jetzt 420 000 Dollar. Ein weiteres Exemplar wurde 2007 bei Christie's für 588 000 Dollar versteigert. Dieser Preis ist der Rarität der "Françoise mit Haarnetz" geschuldet. Sie hebt sich ab von den Blättern der "Suite Vollard", die immer wieder zu markanten fünfstelligen Summen versteigert werden.

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