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09.09.2014

13:28 Uhr

Sammlung Essl

Christie’s garantiert Auktionserfolg

VonOlga Kronsteiner

Umgerechnet bis zu 75 Millionen Euro erwartet Christie's für eine wohl ausgewählte Tranche mit Werken aus der Sammlung Essl. Insgesamt kommen am 13. Oktober 2014 in London 44 Werke unter den Hammer. Unter ihnen das größte Konvolut an Werken von Sigmar Polke, die je auf einmal auf den Markt kamen.

Gerhard Richter: Netz (1985), Schätzwert sieben bis zehn Millionen Pfund (entspricht 8,8 bis zwölf Millionen Euro). Christie's Images Ltd. 2014

Gerhard Richter: Netz (1985), Schätzwert sieben bis zehn Millionen Pfund (entspricht 8,8 bis zwölf Millionen Euro).

WienDer Ankauf der Sammlung Essl durch den Staat Österreich zum Buchwert von 86 Millionen wäre sicher ein Schnäppchen gewesen; jedenfalls gemessen am anfänglich aus dem Umfeld des Unternehmers Karlheinz Essl über die Medien lancierten Marktwert von 250 Millionen Euro. Einerlei, alles Geschichte. Der staatliche Ankauf zur Rettung der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Baumarktkette (Baumax) wurde Anfang April abgelehnt; seither kämpfte man hinter den Kulissen um eine Lösung, zumal es sich um den letzten nennenswerten Vermögenswert Essls handelt (Vgl. Handelsblatt vom 29. August 2014).

Dass der Wert der über Jahrzehnte erworbenen 4.900 Kunstwerke in Summe höher sein müsse als die teils vor 20 Jahren bezahlten Kaufpreise lag auf der Hand. Noch bevor die Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s Anfang Mai mit der Begutachtung der internationalen Tranche begonnen hatten, war klar, der Wert dieser 1.700 Kunstwerke würde jenen der 3.200 Arbeiten österreichischer Künstler (vom Dorotheum begutachtet) übersteigen: Er liegt bei mehr als 100 Millionen, eher bei 120 Millionen Euro.

Nachzahlung an Gläubiger möglich

Vergangene Woche erwarb der Industrielle Hans Peter Haselsteiner über die zu diesem Zweck gegründete SE-Sammlungs GmbH den Mehrheitsanteil an der Sammlung von 60 Prozent, 40 Prozent verbleiben bei der Familie. Im Zuge dessen waren die 42 Gläubigerbanken abgegolten worden: mit mehr als 100 oder auch 115 Millionen Euro, berichteten österreichische Tageszeitungen. Medienanfragen (auch seitens Handelsblatt) zur tatsächlichen Höhe des Deals beantwortete Karlheinz Essl nicht, ein Dementi oder eine Richtigstellung blieben allerdings gleichfalls aus.

Dem Vernehmen nach sollen 110 Millionen Euro eher der Realität entsprechen. Fakt ist, dass damit zwar weitestgehend der Erhalt der Sammlung Essl, nicht jedoch jener der Baumax-Gruppe gesichert ist. Zur Refinanzierung dieses Deals lassen Haselsteiner und Essl, wie bereits berichtet, am 13. Oktober 2014 durch Christie’s in London 44 Kunstwerke versteigern.

50 Millionen Euro war der von Medien zitierte Wert dieser Gruppe, die nun von Christie’s als unterer Schätzwert (40 Millionen Pfund) bestätigt wurden. Damit das Gläubigerkonsortium diesem Deal überhaupt zustimmt, war eine ergänzende Vereinbarung getroffen worden. Sollte der Versteigerungserlös einen bestimmten Betrag überschreiten, würden auch die Banken über eine Nachbesserung profitieren.

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