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04.09.2014

11:23 Uhr

Sammlung Essl

Milliardär rettet Privatsammlung

VonOlga Kronsteiner

Die Sammlung Essl bleibt erhalten. Der kunstaffine Bautycoon Hans Peter Haselsteiner sichert sich die Mehrheit an dem Kunstkonvolut. Die Baumax-Gläubiger sollen 115 Millionen Euro erhalten haben.

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner übernimmt mehrheitlich die Kollektion von Baumax-Gründer Karlheinz Essl. dpa

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner übernimmt mehrheitlich die Kollektion von Baumax-Gründer Karlheinz Essl.

WienDienstagmorgen hatten die Spekulationen rund um den Erhalt der Sammlung Essl ein Ende. Die österreichischen Tageszeitungen „Die Presse“ und der „Kurier“ verlautbarten deren Rettung. Demnach übernimmt der Industrielle Hans Peter Haselsteiner mehrheitlich die Kollektion von Baumax-Gründer Karlheinz Essl. Abgewickelt wurde der Deal über die bereits in der Vorwoche (per 27. August) gegründete „SE-Sammlung Essl GmbH“, die seit Montag zu 60 Prozent der ZMH GmbH gehört, hinter der wiederum die Haselsteiner Privatstiftung steht. 40 Prozent halten zwei Essl-Familienstiftungen.

Haselsteiner, der bis 2013 mehr als vier Jahrzehnte das Imperium der Strabag AG leitete und dessen Vermögen auf mindestens 1,2 Milliarden Euro geschätzt wird, war zuletzt auch politisch aktiv. Der gebürtige Tiroler und Vater von vier Kindern machte sich sowohl persönlich als auch finanziell für die liberale NEOS-Partei stark und galt als deren Kandidat für den Finanzministerposten. Auch die Affinität zur Kunst des 70-Jährigen ist erwiesen. Die Strabag hat eine Kunstsammlung.

Idee einer Fusion noch offen

Seit 1994 vergibt die Strabag jährlich einen der höchstdotierten österreichischen Kunstpreise (Strabag Art Award): 15.000 Euro für den ersten Platz, je 5000 Euro für die vier Nachgereihten, sowohl für Künstler aus Österreich als auch für solche aus Ländern mit Strabag-Niederlassungen (u.a. Deutschland, Rumänien, Polen, Schweiz). Das in der Konzernzentrale in Wien angesiedelte Strabag Kunstforum nennt rund 2500 Werke ihr Eigen, mehrheitlich österreichische Gegenwartskunst, Außenseiterpositionen inklusive.

Ob eine Fusion der beiden Sammlungen angedacht wird, sei laut „Standard“ noch offen. Dort sind aktuell Details des Deals nachzulesen. Demnach bekamen die 42 Gläubigerbanken rund 115 Millionen Euro für die 4900 Kunstwerke, deren Wert insgesamt bei 160 Millionen Euro liegen dürfte, dank der Bonität Haselsteiners vorerst kreditfinanziert. Für Stellungnahmen waren weder Karlheinz Essl noch Hans Peter Haselsteiner erreichbar. 

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