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08.05.2014

19:05 Uhr

Sammlung Essl

Wie viel ist die Sammlung wert?

VonOlga Kronsteiner

Eine Gläubigergruppe hat Sotheby’s und das Wiener Auktionshaus Dorotheum mit der Begutachtung der Sammlung Essl beauftragt. Der Verkauf ist nicht vom Tisch. Es soll mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland geben.

Das Schicksal des Essl Museums in Klosterneuburg steht auf dem Spiel. Foto: Herbert Pfarrhofer dpa

Das Schicksal des Essl Museums in Klosterneuburg steht auf dem Spiel. Foto: Herbert Pfarrhofer

WienAnfang April machte die österreichische Politik die Hoffnungen des Unternehmers Karlheins Essls, Gründer der Baumarktkette Baumax, zunichte, seine Kunstsammlung würde von der Republik angekauft Das Baumax-Problem bedürfe einer wirtschaftspolitischen aber keinesfalls kulturpolitischen Lösung, hieß es.

Der Fortbestand der 4.900 Kunstwerke (7.000 Einzelpositionen) umfassenden Kollektion sei ebenso wie die Weiterführung des Museums dennoch gesichert, verlautbarte der Unternehmer optimistisch. Dieser rosaroten Prognose ungeachtet liefen die Verhandlungen um den aus Gläubigersicht letzten Vermögenswert munter weiter. Essl selbst ist für Medien seither nicht erreichbar.

Gedanken über Alternativen

Zwischenzeitlich soll es  bereits mehrere konkrete Interessenten aus dem In- und Ausland geben und nimmt ein Alternativplan Gestalt an: Erwerb der kompletten Kollektion durch einen Privatinvestor, der – ginge es nach Essl – als Variante A den Museumsbetrieb für einige Jahre garantiert, oder in der Variante B die Sammlung sukzessive – und je später desto lukrativer – zu filetieren beginnt. Eine der Klippen bei Variante A: Die künftigen Betriebs- und Personalkosten in siebenstelliger Größenordnung jährlich, die zum Kaufpreis der Sammlung hinzukommen.

Gläubiger gaben Gutachten in Auftrag

Der Buchwert von 86 Millionen Euro für die gesamte Sammlung wird dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen, da Essls Ankäufe rückblickend sowohl über, als auch unter oder zum gegenwärtigen Marktwert erfolgten. 130 Millionen Euro wären vermutlich jene Größenordnung, die zumindest die Gläubiger zufrieden stellen würde. Diese haben ihrerseits nun – ergänzend zu den Analysen des Essl-Gutachters Otto-Hans Ressler – Gutachten beauftragt.

Konkret nimmt Sotheby’s (London) die internationalen Kaliber (1.700 Kunstwerke) unter die Lupe und das Dorotheum (Wien) die verbleibenden 3.200 Werke österreichischer Künstler. Weder das eine noch das andere Auktionshaus will dies auf Anfrage kommentieren, jedoch auch nicht dementieren.

Beide Unternehmen haben nicht nur entsprechende Expertise, sondern theoretisch auch die personellen Ressourcen, wiewohl es deren Kapazitäten über Wochen binden würde. Allerdings scheint der Zeitdruck enorm zu sein. Dem Vernehmen nach hoffen die Gläubiger noch im Mai auf Ergebnisse.

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