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28.01.2011

17:20 Uhr

Sammlung Goetz

Videokunst im Nordsternturm

VonBettina Beckert

Ingvild Goetz ist eine der profiliertesten Sammlerinnen von Video- und Mehrkanalarbeiten. Zusätzlich zum eigenen Museum kooperiert sie ab 2011 mit dem Nordstern Video Kunst Zentrum in Gelsenkirchen und mit dem Haus der Kunst in München.

Die Münchener Kunstsammlerin Ingvild Goetz zu Hause vor einem Gemälde von Jannis Kounellis (Foto: Philippe Chancel/Sa. Goetz). Philippe Chancel-Sammlung Goetz

Die Münchener Kunstsammlerin Ingvild Goetz zu Hause vor einem Gemälde von Jannis Kounellis (Foto: Philippe Chancel/Sa. Goetz).

MÜNCHEN. Ein eigenes Privatmuseum oder doch lieber Kooperationen mit Institutionen? Diese Frage stellen sich heute etliche Sammler. Die Münchner Sammlerin Ingvild Goetz, die europaweit die bedeutendste Kollektion von künstlerischen Videos und Filmen besitzt, beantwortet sie auf ihre Art. 1993 eröffnete sie ihr Museum und ist seither auf vielen Wegen aktiv. Mit ihrem Team publiziert sie profunde Kataloge, organisiert umfangreiche Ausstellungen, unterhält regen Leihverkehr und kooperiert mit Museen wie dem ZKM Museum für Neue Kunst in Karlsruhe. Nun folgen zwei weitere in diesem Jahr.

Kunst auf der Zeche

Eine umfangreiche Zusammenarbeit findet im Nordstern Video Kunst Zentrum in Gelsenkirchen statt. In diesem neuen Zentrum, das dieses Jahr eröffnet wird, werden Wechselausstellungen gezeigt. Der aus dem Ruhrbergbau stammende Wohnungsbaukonzern THS Konzern hat seit 2003 seine Hauptverwaltung im Kernensemble der Zeche und nun durch umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen den denkmalgeschützten Förderturm zugänglich gemacht. "Die Idee von Prof. Karl-Heinz Petzinka, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung THS Wohnen GmbH, den Förderturm der ehemaligen Zeche für Film- und Videoausstellungen zu nutzen, fand ich großartig. Für Gemälde gibt es dort keine idealen Wände zum Hängen und Skulpturen geraten in Konkurrenz mit der verbliebenen Technik. Was wäre also besser für Ausstellungen geeignet als das Medium ?Bewegtbild??", fragt die Sammlerin.

Im Rhythmus der Schichtwechsel

Die Eröffnungsausstellung "Schichtwechsel" ist der Arbeit gewidmet. Werke von Künstler wie Harun Farocki, Francis Alÿs, William Kentridge umkreisen das Thema, dass das Leben im Ruhrgebiet maßgeblich bestimmte. Ergänzt wird die Medienkunst durch didaktische Materialien und Exponate des Neuen Berliner Kunstvereins n.b.k., dem zweiten Kooperationspartner.

Videomuseum ohne Kosten für die öffentliche Hand

Schon länger bekannt ist die anstehende Kooperation mit dem Münchener ?Haus der Kunst?, mit der ein neues Modell der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Institution und Privatsammlung etabliert werden soll. Ab 9. April werden 14 kabinettartige Räume im ehemaligen, bis heute original erhaltenen Luftschutzkeller des Hauses mit zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr bespielt. Die Sammlung Goetz stellt dabei die Werke zur Verfügung und beteiligt sich mit einem Fixbetrag an allen laufenden Kosten. Dem Staat entstehen keine zusätzlichen Kosten für Lagerung, Konservation, Transport, etc. Die Einnahmen durch die Eintrittsgelder fließen an das Haus der Kunst. Das Jugendprogramm des Haus der Kunst wird auch an diese Ausstellungen angekoppelt.

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