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07.02.2012

14:20 Uhr

Sammlung Leopold

Prominente Provenienz hat Zugkraft

Das Stuttgarter Auktionshaus Nagel versteigert Mitte Februar gotische Skulpturen des Wiener Sammlers Rudolf Leopold. Darunter befindet sich auch eine Mönchs-Figur mit einer interessanten Marktgeschichte. Die Top-Lose der „Kunst & Antiquitäten“-Auktion sind luxuriöse Augsburger Möbel und Objekte aus 17. Jahrhundert.

Skulpturen der Sammlung Leopold. Mit Barett und faltenreichem, goldenem Gewand der Heilige Leonhard. Auktionshaus Nagel, Stuttgart

Skulpturen der Sammlung Leopold. Mit Barett und faltenreichem, goldenem Gewand der Heilige Leonhard.

MünchenBereits zum zweiten Mal steht die porträtähnliche und so gar nicht sakral wirkende Figur des Heiligen Leonhard, die der Brixener Meister Hans Klocker um 1490 fertigte, im Auktionshaus Nagel zum Verkauf. 2006 hatte sie der Wiener Sammler Rudolf Leopold hier in Stuttgart für 60.000 Euro (inkl. 33 Prozent Aufgeld) aus der bedeutenden Sammlung von Bernhard und Romy Fahr aus Fulda erworben. Am 16. Februar, gut anderthalb Jahre nach dem Tod des Augenarztes und Begründers des Leopoldmuseums in Wien, ruft das schwäbische Auktionshaus den faltenreich gewandeten Mönch nun bei einer Taxe von 30.000 Euro auf.

Der Heilige, der als Schutzpatron der Gefangenen gilt, ist nur eine von etwa 45 angebotenen, meist gotischen Skulpturen aus der Sammlung des engagierten österreichischen Kunstliebhabers und Moderne-Kenners. Ein Großteil davon kommt direkt aus der noch von Leopold persönlich vorbereiteten Ausstellung dieser Werke im Bergbau- und Gotikmuseum in Leogang im Salzburger Land. Sie ging erst im Oktober letzen Jahres zu Ende.

Signale hoher Taxen

„Dass man hier eine andere Schätzpreispolitik als üblich einschlägt, das gebührt schon der Respekt vor dem Namen Leopold“, so Rudolf Pressler von der Unternehmensleitung des Auktionshauses gegenüber dem Handelsblatt. Die Taxen für die reizvollsten Objekte dieser Sammlung wie etwa der durch seine Kargheit bestimmte Wiener oder steiermärkischen „Christus als Schmerzensmann“ aus der Zeit um 1400 oder der Auferstehungs-Christus, der nach neuesten Forschungen dem Donauwörther Bildschnitzer Andreas Frosch zugeordnet wird, liegen zwischen 20.000 und 33.000 Euro. Aus Sicht Rudolf Presslers bürge allein der Name Leopold für Qualität. Doch die wenig zaghaften Taxen sind nicht nur ein Zeichen hoher Erwartungen. Sie signalisieren auch, dass man sich gegen konkurrierende Unternehmen durchsetzen musste.

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