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17.04.2012

16:11 Uhr

Schloss Ahlden

Hohe Erwartungen an Porzellan-Tiere

VonChristiane Fricke

Ein exotisches Vogel-Paar und liegende Löwen sind die Attraktionen der Meissener Porzellan-Offerte von Schloss Ahlden. Smaragd- und Diamantschmuck ist etwas für anlagewillige Käufer.

Paar Pirole aus Porzellan, Entw. Johann Joachim Kaendler und Johann Gottlieb Ehder, Meissen um 1745. (Ausschnitt) Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Paar Pirole aus Porzellan, Entw. Johann Joachim Kaendler und Johann Gottlieb Ehder, Meissen um 1745. (Ausschnitt)

DüsseldorfHohe Erwartungen knüpfen sich an eine farbenfrohe Meissener Porzellanplastik, die am 5. Mai im Rahmen der Frühjahrsauktionen auf Schloss Ahlden aufgerufen wird. Es handelt sich um ein Paar Pirolen mit gelb-schwarzem Gefieder auf einem mit plastischen Blättern belegtem Natursockel, der am Fuß von einem ornamentalen Sockel aus vergoldeter Bronze eingefasst ist. 58.000 Euro soll das um 1745 datierte, laut Katalog von Johann Joachim Kaendler und Johann Gottlieb Ehder entworfene Vogelpaar bringen.

Häufige Überarbeitung

Der Ursprungs-Entwurf Kaendlers entstand 1733/34 für die königlichen Porzellansammlungen August des Starken im Japanischen Palais, Dresden. Hier spielen exotische Vögel, für die ganze Expeditionen ausgerüstet wurden, eine prominente Rolle. Nachdem die Modelle für den Verkauf freigegeben waren, wurden sie von Ehder und später noch einmal von P. Reinicke überarbeitet. Porzellan-Pirolen waren wegen ihrer Farben sehr beliebt, wurden deshalb häufiger ausgeformt, was erneute Überarbeitungen nach sich zog.

Sockel mit Montierung aus vergoldeter Bronze eines Paars Pirole aus Meissener Porzellan. (Ausschnitt) Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Sockel mit Montierung aus vergoldeter Bronze eines Paars Pirole aus Meissener Porzellan. (Ausschnitt)

Das gelbe Gefieder des von Schloss Ahlden angebotenen Paars weist – soweit sich das der Katalogabbildung entnehmen lässt – keine Binnenzeichnung auf. Es fehlt ihm die schwarze Umrahmung der Augen. Anders als ein mitabgebildetes Vergleichspaar aus der Dresdener Porzellansammlung ist ihr Natursockel weniger reich ausgearbeitet, dafür aber zusätzlich mit der kunstvollen Montierung am Fuß ausgestattet. Solche Montierungen entstanden in Paris im Auftrag der Pariser Luxuswarenhändler für eingeführte Porzellane, die so ausgestattet zum Renner des Hochadels und reicher Finanziers und auch wieder exportiert wurden.

Naturnahe Löwen

Sensationell feinfühlig erfasst und ausgearbeitet sind die beiden liegenden Löwen, beides Kaendler-Entwürfe für Königin Maria Josepha, Gemahlin von August III. von Polen, datiert jeweils um 1750. Das kleinere weibliche Tier ist auf 25.000, der Löwe mit seiner reliefplastischen Mähne und gestrichelten Fellzeichnung auf 38.000 Euro taxiert. Aus der wieder umfangreichen Passage mit Meissener Porzellan sticht noch eine mit plastischen Akanthusblättern verzierte Teekanne aus Böttger-Porzellan hervor. Das lichtgraue, kurz nach 1710, also noch vor der Entwicklung des feinen, weißen Porzellans, datierte Stück wird auf 14.500 Euro geschätzt.

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