Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2015

20:43 Uhr

Schutz von Kulturgütern

Beckmann-Enkelin will wie Baselitz Leihgaben kündigen

Georg Baselitz holt seine Leihgaben aus deutschen Museen. Es ist ein Statement zum umstrittenen Kulturgutschutzgesetz von Staatsministerin Grütters. Andere Leihgeber folgen – oder drohen zumindest.

Der Maler Georg Baselitz will vor dem Hintergrund des geplanten Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen abziehen. Andere wollen ihm folgen. dpa

Baselitz-Kunst in Pinakothek der Moderne

Der Maler Georg Baselitz will vor dem Hintergrund des geplanten Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen abziehen. Andere wollen ihm folgen.

BerlinDer Protest gegen das geplante Gesetz zum Schutz von Kulturgütern weitet sich aus. Nach dem Künstler Georg Baselitz will auch die Enkelin des Malers Max Beckmann (1884-1950) ihre Leihgaben aus deutschen Museen zurückzuziehen, wie sie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) schrieb. Der Brief liegt dpa vor. Günther Uecker erwägt nach Angaben der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch) ebenfalls einen solchen Schritt.

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung den Schutz von Kunstwerken neu regeln und an EU-Recht anpassen. Unter anderem sollen die Ausfuhrbedingungen verschärft werden.

Danach sei vorgesehen, dass Leihgaben nach fünf Jahren automatisch „Nationales Kulturgut“ würden, kritisierte die Künstler-Enkelin Mayen Beckmann. Die Werke seien damit nicht mehr frei auf dem internationalen Markt verkäuflich. Um die „Inhaftnahme“ des Familienvermögens zu verhindern, sehe sie sich zur Kündigung der Leihverträge gezwungen, schrieb sie. Betroffen ist das Leipziger Kunstmuseum.

Kulturgutschutzgesetz: Georg Baselitz will Leihgaben aus Museen abziehen

Kulturgutschutzgesetz

Georg Baselitz will Leihgaben aus Museen abziehen

Betroffen sind Museen in Dresden, München und Chemnitz: Gegenwartskünstler Georg Baselitz will einige Dauerleihgaben abziehen. Grund dafür: Die umstrittenen Pläne eines neuen Kulturschutzgutgesetzes der CDU.

Ein Sprecher von Grütters nannte die Sorge unbegründet. Der Gesetzentwurf sehe vor, dass Leihgeber ihre Werke von dieser Regelung ausnehmen lassen könnten. Grütters selbst will am Mittwoch bei einem Pressegespräch zu der Kritik Stellung nehmen. Der Bundestag hat noch nicht über das Gesetz beraten.

Der deutsche Starkünstler Gerhard Richter zeigte Verständnis für die Kritiker. „Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache“, sagte er der „Dresdner Morgenpost“. Er könne Baselitz gut verstehen. „Ich würde es genauso machen wie er: Die Bilder aus den Museen holen, schnellstens auf den Markt bringen und verkloppen.“ Richter wartet derzeit noch ab, ob der Gesetzentwurf auch so beschlossen wird.

Mehrere deutsche Museen bereiteten unterdes die Rückgabe von Baselitz-Werken vor. Im Dresdner Albertinum sollen bereits am Freitag zehn Arbeiten aus der Ausstellung genommen werden, wie eine Sprecherin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) am Dienstag sagte. In der Münchner Pinakothek und den Kunstsammlungen Chemnitz gibt es noch keine Termine.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×