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13.01.2005

08:06 Uhr

Schwelgende Schönheit

Neu im Kino: Wong Kar-wai's Melodrama "2046"

VonKlaus Eder

Es begann 1966. Der Schriftsteller Chow hatte eine unglückliche Liebe mit der schönen Su. Jetzt, in der Fortsetzung, ist Chow zum Frauenheld geworden, der mit vielen Frauen den süßen Augenblick genießt.

Filmszene aus "2046".

Filmszene aus "2046".

Es begann 1966. Der Schriftsteller Chow (Tony Leung) hat eine unglückliche Liebe mit der schönen Su (Maggie Cheung), Wong Kar-wai hatte davon auf wunderbar melodramatische Weise in seinem Film "In the Mood for Love" erzählt. Jetzt, in der Fortsetzung, ist Chow zum Frauenheld geworden, der mit vielen Frauen den süßen Augenblick genießt, Gefühle aber nicht mehr investiert. Wieder ist Tony Leung die ideale Besetzung: ein Bonvivant.

2046 ist das Zimmer im Hotel, in dem er die Frauen trifft. Lauter kleine Melodramen spielen sich ab, vor allem die Frauen-Figuren sind bemerkenswert tief gelungen: Gong Li und Faye Wong und Zhang Ziyi, eine Prostituierte, die ihn zutiefst liebt, ohne dass er ihre Liebe erwiderte, ja überhaupt bemerkte. Solche Mini-Dramen sind Wong Kar-wai's Stärke, er stattet sie auch hier schwelgend aus, in betörend schönen und genau komponierten Bildern, die das Hong Kong der späten 60er Jahre beschwören: Keiner kann wie er eine so dichte, eine so poetische Atmosphäre auf die Leinwand zaubern.

2046 ist auch der Titel des Romans, den Chow schreibt, und der - das wird in futuristischen Ansichten gezeigt - von zwei Liebenden erzählt, die in die ferne Zukunft fliehen und die Chance einer Rückkehr in die Gegenwart nicht wahrnehmen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Wirklichkeit und Illusion und Fantasie vermischen sich. Vieles bleibt mosaikartig und rätselhaft. Doch der Film entfaltet eine Magie, der man sich schwer entziehen kann. Mehrmals sehen!

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