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20.02.2012

10:37 Uhr

Sidney Poitier wird 85

Eine schwarze Ikone

Nie zuvor durfte ein Schwarzer eine Weiße auf der Leinwand küssen, nie zuvor wurde ein dunkelhäutiger Schauspieler so gefeiert. Sidney Poitier war einst der bestbezahlte Hollywood-Schauspieler. Heute wird er 85 Jahre alt.

Er lebte den amerikanischen Traum: Vom Tellerwäscher zum Millioner, vom sozial Verachteten zum Diplomaten. Sidney Poitier hat gesellschaftliche Barrieren durchbrochen. dapd

Er lebte den amerikanischen Traum: Vom Tellerwäscher zum Millioner, vom sozial Verachteten zum Diplomaten. Sidney Poitier hat gesellschaftliche Barrieren durchbrochen.

New YorkEs gibt wenige Jobs, die Sidney Poitier nicht irgendwann in seinem Leben ausgefüllt hat. Die Armut seiner Familie trieb ihn mit 13 aus der Schule. In Miami schlug sich Poitier als Straßenverkäufer und Parkwächter durch, schuftete auf dem Bau und als Packer im Hafen. In New York überlebte er als Tellerwäscher, bevor er die erste Rolle beim Theater ergatterte. In Hollywood überzeugte der blendend aussehende Schwarze als Schauspieler und Regisseur. Heute ist er als Diplomat der Bahamas tätig. An diesem Montag, 20. Februar, feiert er seinen 85. Geburtstag.

Die „International Herald Tribune“ schrieb einmal, dass Sidney Poitier gesellschaftliche Barrieren wie ein Hürdenläufer überwunden habe. Er war der erste US-Amerikaner mit dunkler Hautfarbe, der einen Oscar bekam und der zeitweise mehr Geld verdiente als alle anderen Stars. Sein Vorbild half, Rassenschranken zu überwinden und festgefahrene Strukturen aufzuweichen.

Zu Poitiers Erfolgen zählt auch, dass er als erster Schwarzer in einem Hollywood-Film eine Weiße küssen durfte. Zwar wurde die Szene 1967 noch verschämt durch den Rückspiegel eines Taxis gedreht, aber sie gehört in die Reihe jener Durchbrüche, für die Bürgerrechtler ihn feierten und für die manche Aktivisten der afro-amerikanischen Bewegung ihn lange als angepassten „weißen Schwarzen“ schmähten.

Er ist der Star von Filmen wie „In der Hitze der Nacht“, „Porgy and Bess“, „Flucht in Ketten“ und „Der Schakal“. Den Oscar bekam er 1963 für die Darstellung eines schwarzen Arbeiters auf der Farm weißer Nonnen: In Ralph Nelsons „Lilien auf dem Felde“.

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