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20.05.2011

19:33 Uhr

Silber

Geheimnisvoller Pokal floppt

VonOlga Grimm-Weissert

Sotheby’s setzt mit seiner Silberauktion wieder mehr ab als im letzten Jahr. Die Verkaufsquote lässt aber immer noch Wünsche offen. Privatsammler schlagen die Händler bei den teuren Stücken aus dem Rennen.

Robert-Joseph Auguste: Paar vergoldete Silberteller (Vermeil) mit dem königlichen portugiesischen Wappen,  Paris 1784 (Ausschnitt). Quelle: Sotheby's

Robert-Joseph Auguste: Paar vergoldete Silberteller (Vermeil) mit dem königlichen portugiesischen Wappen, Paris 1784 (Ausschnitt).

Paris „Ein Silberobjekt muss genau das richtige Gewicht haben, das man erwartet, wenn man es in die Hand nimmt“. So belehrte ein Sammler seine Gesprächspartner, als er bei Sotheby’s das Starobjekt der Pariser Silberauktion vom 17. Mai besichtigte. Der Satz erklärt die Enttäuschung, dass der flache silberne Trinkpokal relativ leicht ist. Er hat die Form einer Schale mit Fuß. In seinem Zentrum befindet sich die eingravierte Darstellung eines Basilisken (halb Hahn, halb Drache). Sotheby’s Spezialist Thierry de Lachaise setzt ihn um 1180 an. Entstanden ist er vermutlich in Frankreich. Man nimmt an, dass er eventuell einen Bezug zum Graal hat.

Zweifel an der französischen Herkunft

Der anonyme Sammler bezweifelte, dass der Pokal französisch ist. Er hält ihn für „eher venezianisch oder aus dem Vorderen Orient“, wovon auch der belgische Silberhändler Bernard De Leye überzeugt ist. Groß war die Enttäuschung, als das auf 300.000 bis 400.000 Euro geschätzte Stück ohne ein einziges Gebot zum Aufrufpreis von 200.000 Euro zurückgereicht wurde.

Sotheby’s nahm für 159 verkaufte Lose (von 248 katalogisierten) knapp zwei Millionen Euro ein. Allerdings wurden nur 64 Prozent des Angebotes zugeschlagen. 36 Prozent gingen zurück. Im Vergleich zu den Silber-Auktionen der letzten drei Jahre ist dies jedoch kein schlechter Durchschnitt, denn der höchste Prozentsatz der Rückgänge wurde am 25.11.2010 mit 52 Prozent erreicht.

Sammler schlagen Händler aus dem Rennen

Das von einem englischsprachigen Telefonbieter mit 192.750 Euro (inkl. Aufgeld) am höchsten bewertete Los bestand aus zwei ziselierten Prunktellern aus Vermeil (d.h. vergoldetes Silber). Sie tragen das Wappen der portugiesischen Könige und wurden von dem französischen Silberschmied Robert-Joseph Auguste 1784 hergestellt. Die Reihenfolge der Lose wurde leicht modifiziert, um dem Telefonbieter die Möglichkeit zu geben, mitzusteigern.

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